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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

Oliver’s Zustand ist natuerlich ein Problem. Unmoeglich kann er die Leiter runtersteigen und wie er die enge Wendeltreppe bewaeltigen wird, ist ebenso fraglich. Nach einigem Hin und Her beschliessen sie, ihn in einem Schlafsack runter zu lassen. Danach muss er sich allerdings selber die Treppe hinunter quaelen, wobei die soliden Seitenwaende, und sie als Vor- und Nachhut, sein etwaiges Fallen verhindern koennten.

Das Runterlassen funktioniert besser als erwartet, nur der Abstieg ist wesentlich anstrengender. Der Schweiss rinnt ihnen in Stroemen von der Stirn, denn neben der vorherrschenden Waerme, stickigen Luft und mit ihren Sachen beladen, muessen sie auf den Verletzten achten und darauf gefasst sein, dass er sie durch sein Stolpern selber zu Fall bringen koennte. Man hoert ihn auch immer wieder stoehnen. Obwohl ein Zeichen seiner Qual, fuer sie ist es geradezu hilfreich, da sie stets daran erinnert werden, bloss nicht unvorsichtig zu sein oder in Eile verfallen zu wollen. Als sie endlich den Schacht hinter sich lassen koennen und in der Werkstaette landen, atmen sie erleichtert auf.

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

Femina’s Schlaf war allerdings unruhig. Sie weiss manchmal nicht, ob sie wach ist, oder traeumt. Traum und Wirklichkeit gehen ineinander ueber, ohne Grenzen oder Anhaltspunkt, wo das eine endet und das andere beginnt. Es ist ein Zustand, wo alles wirklich ist oder alles ein Traum. Sie glaubt, Dan neben sich zu fuehlen und vermeint, von allerlei Stimmen und Kommotionen aus ihrem Schlaf gerissen worden zu sein, doch wahrscheinlich hat sie das getraeumt oder sie leidet an Halluzinationen. Ihre Sinne scheinen zu funktionieren, auch ihr Verstand scheint in Ordnung zu sein, nur den Zeitsinn hat sie verloren, und sie vermag nicht zu differenzieren, was die Realitaeten betrifft. Sie laesst es dabei bewenden, denn da ist ohnehin nichts, was sie dagegen tun koennte. Sie weiss nur, dass sie im Moment, und wieder einmal, im Nirgendwo wandert, Traum oder Wirklichkeit, eines grad so gut, wie das andere.

Sie wundert sich, wo wohl der Mond geblieben sei und warum die Nacht ploetzlich so dunkel geworden ist und warum es nicht einmal Sterne gibt. Hat Dan vielleicht die Balken dicht gemacht? Sie greift um sich, aber Dan ist ganz gewiss nicht an ihrer Seite! Sie steht daher auf und tastet sich zum Lichtschalter. Stimmt! Die Laeden sind geschlossen, doch weder Dan noch Ger sind hier. Das heisst also, ihre Freunde sind hier gewesen und wahrscheinlich hat sich dabei Wirkliches in ihren Traum gemischt! Aber ..... sie horcht auf..... da sind noch immer Geraeusche und Stimmen, wenn auch nur wie ein fernes Echo, das im Ausklingen ist. Sie loescht sogleich wieder das Licht und lauscht. Eigenartigerweise kommen die Toene von unten, vom Fussboden, oder eher aus einem verborgenen Lueftungsschacht nahe dem Fussboden, den man eben nicht sofort sieht. Langsam und ohne selber ein Geraeusch zu machen, tastet sie sich weiter hinein ins andere Zimmer, von wo sie glaubt, dass die Laute kommen und stolpert dabei ueber eine Unebenheit. Das ist voellig unerwartet, denn sie kann sich an keine Schwelle erinnern, weder im Tuerstock, noch sonst irgendwo.

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Der Mond muss sich des Himmels bemaechtigt haben, doch Femina sieht weder viel Himmel noch den Mond. Die kleine Strasse, verborgen unter blaettrigen Daechern, windet sich steil bergab. Diesmal hat man ihnen keine Kopfsaecke aufgezwungen, ja nicht einmal Augenbinden. Freilich, man kann ohnehin nur sehen, was die Lichtkegel ihrer Maschinen anleuchten, -  kurze Strassenstuecke vor ihnen, Gebuesch und Baumstaemme zu den Seiten. Man liess sie jedoch nicht auf ihren eigenen Motorraedern reisen. ‚Der Einfachheit halber‘, hatte Oliver erklaert. Man wollte sich von ihnen nicht aufhalten lassen, ortsfremd wie sie sind! Das klingt zwar einleuchtend, ist aber fragwuerdig. Allerdings glaubt Femina ohnehin nicht, dass das derzeit freundlichere Verhalten der Desperados ihnen gegenueber, irgendetwas etwas mit Vertrauen zu tun hat. Ist Dan denn wirklich so naiv? Man sieht in ihnen bloss kein besonderes Risiko mehr! Warum auch! Sie sind in ihrer Gewalt, sie sind in ihrem Territorium, sie sind unter staendiger Bewachung. Femina ist mehr alarmiert, als sonst irgendwas. Und jetzt dieser naechtliche Ausflug, mit wesentlich mehr Maennern, als sie laut Dan’s Ankuendigung erwartet haette! Zwar mit mehr Motorraedern, als Maennern, doch ihrer mehr als genug, um die Exkursion nicht bloss als spontanen Ausflug mit ein paar Freunden zu sehen. Ausserdem! Wie heisst es so schoen: ‚Mitgehangen, mitgefangen‘! Sie findet genug Gruende fuer Misstrauen, auf beiden Seiten, um gerecht zu sein.

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Das Haupthaus ist der allgemeine Treffpunkt der Desperados. Dort finden sie sich zusammen, um gemeinsame Unternehmen zu planen oder vorzubereiten, um Feste zu feiern, oder auch nur, um sich im Kreise von Artgenossen und Seinesgleichen „zu Hause“ zu fuehlen. Es ist ein Hafen fuer alle, und, laut Oliver, grosszuegig angelegt. Es erlaubt fuer unterschiedlich grosse Treffen, da mit mobilen Waenden entsprechende Raeumlichkeiten arrangiert werden koennen. Fuer den taeglichen Gebrauch verkleinert man, auch den grossen Zentralraum, den sie gerade durchqueren. 

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

Die Lautsprecherstimme ertoent wieder, kalt und unmissverstaendlich. Sie laesst kein spekulieren zu, wie die Bande reagieren wuerde, sollte sie auf Widerstand stossen.

„Spart euch lange Reden! Ihr seid nicht auf der ueblichen Nordroute! Steigt ab! Stellt euch neben das Vorderrad eurer Maschinen! Falls ihr Waffen habt, haendigt sie aus! Und versucht keine faulen Tricks, ausser ihr wollt nicht weiterreisen!“

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Femina findet in Dan und Ger ideale Reisegefaehrten. Sie sind Vanille und Schokolade, und sie selber ist die Garnierung, oder der Tupfen Schlagobers zur Bereicherung. Ist der eine einfach und direkt, der andere ist komplex und reserviert. Beide sind attraktiv, doch Ger legt im Gegensatz zu Dan wenig Wert auf Auesserlichkeiten, waehrend Dan, zugegeben mit Erfolg , sehr auf sich achtet. Wo immer sie mit Leuten in Kontakt kommen, er zieht alle Augen auf sich, vorallem die des weiblichen Geschlechts, und obwohl Vanille den meisten Menschen schmeckt, wer kann schon der Schokolade widerstehen, wenn sie so attraktiv verpackt ist, wie Dan. Er geniesst die Aufmerksamkeiten, jedoch mit einer Selbstverstaendlichkeit, die keinen Zweifel zulaesst, dass er sich seines Wertes bewusst ist, mit oder ohne Bewunderung. Zudem ist er klug genug, sich nicht Feinde unter dem maennlichen Geschlecht zu schaffen. Im Gegenteil, er hat auch dort seine Bewunderer. Femina ist fasziniert, und amuesiert, wie geschickt, ja muehelos, er seine Mitmenschen manipuliert und fuer sich gewinnt. Das liegt wohl daran, dass er weiss, was er will und was ihm dienlich ist. Alles andere zieht er garnicht in Betracht.

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Baba stupst Femina leicht an. Sie war nachdenklich geblieben, starrt noch immer auf den Vorhang, als sei dort eine Nachricht geschrieben. Sie schaut zu Baba, der ihr vergnuegt zu verstehen gibt, wie sehr er die Vorfuehrung genossen hat. Mit seinem breiten Lachen und belustigt funkelnden Augen vertreibt er ihre Nachdenklichkeit. Er wiederholt den letzten Akt des ‚Todesstosses‘ und verdreht dabei seine Augen, aber nicht um das Sterben zu mimikrieren, sondern als Kommentar an der Tat, als wollte er sagen, dass er diese Aktion ganz besonders lachhaft fand. Offensichtlich amuesierte ihn die Vorstellung mehr als ihn der Inhalt interessierte, - im Gegensatz zu ihr. Aber es tut ihr gut, dass er sie daran erinnert, wie wenig es der Worte bedarf, um sich mitzuteilen und was es heisst, mit seinen Augen zu sehen.

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Femina faellt auf, dass das Buehnenbild nichts Farbiges aufweist. Alles scheint in schwarz-weiss zu sein. Das bestaetigt sich, als auch der zweite Vorhang nach oben hochgezogen, die Buehne freigibt. Sie besteht aus einem grosszuegigen Raum, fast wie ein kleiner Saal, mit weissen Waenden und hohen Seitenfenstern, die mit duennen weissen Vorhaengen versehen, helles Licht durchscheinen lassen und sich bewegen, als gaebe es auch eine Brise. Es verleiht dem Raum eine luftig frische Atmospaehre. Der Boden hat auch noch einen Belag im Muster grosser schwarz-weisser Fliessen, allerdings mit einem breiten weissen Streifen rundum an allen Seiten. Es sieht aus, als habe ein weisser Fliessenboden ein grosses schwarz-weisses Feld. Die hintere Wand weist ein Tor auf und die Buehne ist leer bis auf einen kleinen Tisch mitten am vorederen Buehnenrand mit zwei einfachen Stuehlen, der eine rechts, der andere links, einer weiss, der andere schwarz. Auf seiner glaesernen Tischplatte, mit eingelegtem Schachfeld, stehen spielbereit Schachfiguren. 

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Femimina gibt schliesslich auf die Wand anzustarren. Sie zieht ihre Beine hoch, sie  mit beiden Armen umfassend, verbirgt sie den Kopf dazwischen und schliesst ihre muede gewordenen Augen. Sie atmet die Stille des Raumes ein wie den Duft einer  Blume und ihre Gedanken versinken darin. Rinnsale vieler junger Quellen, die in reicher moosbedeckter Erde verloren gehen, nur um sich in klaren unterirdischen Gewaessern zu sammeln. Sie muss da mit reingefallen sein, denn sie findet sich in einem hoelzernen Boot inmitten eines Sees, als sie ihre Augen wieder oeffnet. Die Ruder sind beiseite gelegt, und das Wasser glaenzt silbrig glatt, als sei es tatsaechlich ein Spiegel. Eine warme Sonne streicht ueber ihre Wangen und das Wasser plaetschert vergnuegt, wenn sie sich reckt und streckt. Es ist ein stiller Morgen, grad so, als sei es der Morgen nach einer schlaflosen Nacht, an dem niemand Eile hat, den Tag zu beginnen. Sie gibt sich nur zu gerne dieser Ruhe hin, in den Sonnenstrahlen badend, auf einem See als ihr Spiegel. 

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Femina fragt sich, ob sie bereit ist, dieses Leben gegen ein anderes, das sie nicht kennt, einzutauschen. Es ist nicht wirklich die Loesung fuer ihr Problem. Auch wenn sie keine Ahnung hat, was aus ihr werden koennte, es ist auf keinen Fall der Ausweg, den sie sich vorgestellt hat oder wuenscht. Dieses Leben zu beenden macht schliesslich nur dann Sinn, wenn damit wirklich alles beendet werden kann, Punkt und Schluss und nichts mehr, was auch immer........ Verdammt und zugenaeht! Sie wird hin und her gerissen, ist wie der Tennisball, der von einer Seite zur anderen geschlagen wird. Sie findet nicht einmal Gelegenheit sich mit einer Moeglichkeit anfreunden zu koennen, schon fliegt sie wieder auf die andere Seite, in eine andere Ecke.

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Freilich, das aendert nichts an der Tatsache, dass sie sich jetzt, alleine in diesem Zimmer, um ihre Existenz Gedanken macht. Auch wenn es troestlich ist, zu wissen, dass es Gleichgesinnte gibt, dass man Verstaendnis findet und dass man Freunde hat, ja dass man auch Liebe und Fuersorge von seinen Nahestehenden erwarten kann und diese sicherlich jede Holzbank in Kauf nehmen wuerden, wuessten oder glaubten sie, dass man sie braucht, Femina ist froh, dass niemand neben ihr sitzt und ihre Hand haelt. 

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Phil’s Stimme holt Femina aus ihren Gedanken: „Nun, wenn wir schon nicht an Schicksal glauben und wir tatsaechlich keine Nachweise oder irgendwelche Anzeichen haben, die das Auftreten einer Krankheit grundsaetzlich verstaendlich machen, dann kann es nur eine Erklaerung geben: Es ist Zufall dass Krankheit auftritt, Zufall, dass sie die eine Pflanze und nicht die andere befaellt, Zufall, dass sie gerade zu jenem Zeitpunkt auftritt und nicht zu einem anderen. Auch wenn wir die offensichtlichen Ursachen kennen, nicht jeder kriegt schliesslich die Grippe, nur weil es eine Epidemie gibt. Warum also kriegt sie der eine, nicht aber der andere?! “ Er haelt kurz an, faehrt aber gleich wieder fort, ohne auf einen etwaigen Einwand zu warten. „Freilich, die Zufallstheorie hat ihre Luecken! Ausserdem mag sie zu Leichtsinn oder gar Resignation fuehren, wenn man es vom Standpunkt des Menschen aus betrachtet. Obwohl man die Wahrscheinlichkeit und Moeglichkeit akzeptiert, niemand glaubt natuerlich, dass er selber erkranken koennte. Nur andere werden krank, nicht wahr, und man ist geradezu schockiert, wenn es einen selber trifft. Andererseits! Schicksal, als Ursache, laesst sich, wenn man schon krank ist, wahrscheinlich leichter ertragen, denn man kann damit seinem Leid einen Sinn geben und sich in gewisser Weise seiner Eigenverantwortlichkeit entledigen.“ 

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

In die Stille der zu Eis gewordenen Welt draengt sich ein Knacken. Es mag eine Weile vorhanden gewesen sein, ohne Femina’s Aufmerksamkeit zu gewinnen, im Glauben, dass es ohnehin nur vom Eis kommen konnte. Doch nun ist es laut genug und ist auch keineswegs mehr selten oder gar nur ein einzelner Ton. Da ist ein Gemisch unterschiedlicher Geraeusche und da sind Spuren von Bewegung, fluechtig und leichten Fusses, doch genug, um ihrer Sinne habhaft zu werden. Sie vermeint Risse und Spruenge in all dem Eis wahrzunehmen, grad so, als wolle es seinen starren Griff aufgeben. 

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Femina fragt sich, ob Adam und Eva den Verlust des Paradieses jemals so hart gefunden haben, wie sie. Die beiden hatten, im Gegensatz zu ihr, doch keine Ahnung was sie erwartete. Sie aber ist wieder dort wo sie vor dem Paradies gelebst hat, dort, wo die Realitaet dem Leben mit Gitterstaeben Grenzen setzt, anstatt mit Palmenblaettern; wo Zwiespalt und Zweifel regieren und wo Harmonie und Frieden wenig Gelegenheit zur Entfaltung haben. Sie hat ihre Freiheit nicht gefunden, trotz all dem Glueck, das sie erleben konnte. Es war nur ein anderer Raum im Haus, und sie ist nach wie vor darin gefangen. 

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Sie ist an ihrem Strand, von dem sie getraeumt hatte. Seit Wochen schon, doch hat sie es aufgegeben, die Tage zu zaehlen. Warum auch, ist sie doch rundum gluecklich. Sie geniesst jede Minute, sei es im Schatten der Palmen zu liegen, mit dem Blick auf das tuerkisblaue Meer, oder sich im Wasser zu tummeln, oder mit den Fischen um die Wette zu schwimmen. Ihre Haut hat bereits eine goldbraune Farbe. Ihre Haare sind heller geworden, gebleicht von Sonne und Meer. Ein strahlender Tag folgt dem anderen. Rund um sie ist nichts wie Wasser, weisser Sand und Palmen, von denen sich manche weit ueber den Strand beugen und einige sogar ueber dem Wasser zu liegen kommen, mit ihren Blaetterkoepfen grade noch hoch genug darueber, so dass sie nicht nass werden.

Es war garnicht einfach gewesen, hierher zu kommen. Tagelang hing sie am Hafen herum, auf der Suche nach einem Boot, das sie zu einem der kleinen Atolle bringen wuerde, die besiedelt waren. Aber bereits dort, zwischen all den dunkelhaeutigen Menschen, dem Fischgeruch und dem Getuemmel, wie es ein so kleiner Hafen eben mit sich bringt, und trotz aller Sprachschwierigkeiten, - sie fuehlte sich von Anfang an, und rundum, wohl. 

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Wie damals, obwohl es dafuer keine Erklaerung gibt, die Glueckswoge, die sie durchstroemt, findet weder in ihrem Koerper noch in ihrem Verstand eine Barriere, und laesst sie glauben, die Zeit stuende still. Baba ist, wie immer, barfuss. Sein von der Sonne gebleichter Lungi ist um die Huefte geschlungen, mit einem Ende ueber einer seiner Schultern; seine Haare stecken unter einem Turban von derselben Farbe, aus dem ein paar Straehnen hervorschauen. Sie sind von hellem Braun und nur ein winziger Hinweis auf die Fuelle seiner ‚dreadlocks‘, die, wenn frei zu fallen erlaubt, weit ueber seinen Ruecken reichen. 

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Femina weiss nicht, wie lange sie geschlafen hat. Lange genug jedenfalls. Sie ist  noch immer im Flur, aber der ist wieder dunkel, bis auf die mueden Lampen mit ihrem mueden Licht. Es ist ihr auch recht kalt. Ueber den Steinboden fliesst kuehle Luft, wenn auch nur wie unregelmaessige Atemzuege, es ist genug, sie froesteln zu lassen. Sie folgt den sanft schwingenden Lampen in ihrem Hin und Her. Die haben keine neue Botschaft: Sie ist alleine, ueber sie wird immer noch bestimmt und alles hat zwei Seiten. 

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Femina muss sich abfinden, dass sie dieses Haus noch immer nicht verlassen kann. Freilich gibt sie die Hoffnung nicht auf. Um aber ihre Zeit nicht mit Frustration zu verschwenden, beschliesst sie, diese mit Dingen zu fuellen, die sie interessieren. Ihr Wissensdurst ist ungestillt und somit schreibt sie sich in eines der hoechsten Lehrzentren ein, die wissenschaftlich orientiert sind, aber kritisches Denken erlauben und tatsaechlich auch foerdern. Die Vortragenden kuemmern sich wenig darum, welches Privatleben die Studierenden fuehren, solange sie die jeweiligen Ideale der gewaehlten Ausbildung verfolgen und durch rigorose Pruefungen bestaetigen. Das erleichtert Femina ungemein, kann sie doch ihren Geist fliegen lassen, ohne ihn in ein bestimmtes Format pressen zu muessen. 

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Der lange Gang ist schrecklich kalt. Die Lampen scheinen mueder als je zuvor. Sie ist auf den Gang hinausgeschluepft, um sich erneut zu ueberzeugen, dass sie nichts uebersehen hat und doch noch einen Weg findet, der sie diesem Haus entkommen laesst. Wieder muss sie zur Kenntnis nehmen, es ist nach wie vor unmoeglich. Oder etwa nicht? Sie hoert Stimmen. Bisher war sie nie an den jeweiligen Tueren im Gang interessiert gewesen, versprachen sie doch keineswegs einen Ausweg. Oder sollte das ein Trugschluss sein und sie kann einen Weg auf ganz andere Weise finden? 

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Veröffentlicht von am in Buch Kapiteln

 

Sie kommt sehr spaet nach Hause, lange nachdem es dunkel geworden ist. Dimitri und Pia sind sehr aufgebracht. Sie sagen, sie haetten sich Sorgen um sie gemacht. Freilich ist das nicht unberechtigt, sie will schliesslich fortgehen. Das versucht sie ihnen zu erklaeren, doch sie verstehen sie nicht. Im Gegenteil, Dimitri macht ihr Vorwuerfe, nennt sie undankbar und egoistisch. 

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