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ÜBER.....Leben und Menschheit (Teil 2/3)

Veröffentlicht von am in Spezielle Beiträge

Die Basis organischen Lebens setzt sich grundsätzlich aus 4 Elementen zusammen: Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff. 99% organischer Moleküle bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Kohlenstoff kann sich leicht mit den erwähnten, und anderen Elementen, wie Schwefel, Phosphor, Silikone und Halogene, binden, aber auch mit sich selbst. Während die meisten Moleküle Kohlenstoff und Wasserstoff beinhalten, einige beinhalten die erwähnten anderen, wie Schwefel, etc. Aber Kohlenstoff (C) ist allem organischen Leben eigen. Es wird daher als organisches Element bezeichnet und alle Moleküle, die C enthalten, sind organische Moleküle, (mit wenigen Ausnahmen, wie z.B. Salze). Die Moleküle enthalten auch Wasserstoff (H), doch Wasser (H2O) selber, das kein C aufweist, hat nicht die Ehre als organische Substanz zu gelten, obwohl es für organisches Leben unentbehrlich ist. Wie dem auch sei, die 4 Grundelemente stellen Verbindungen her, wie Kohlenhydrate, Proteine, Lipide und Nukleinsäuren, die allen Organismen eigen sind. Diese Verbindungen sind sozusagen die essentiellen Bausteine, oder die Muttersubstanz organischer Lebensformen. Der Prozess, wie aus Grundelementen essentielle Verbindungen entstehen hat seine Wurzeln im unorganischen Leben und damit in der Physik, mit deren inhärenten Gesetzen.

Um die Prinzipien der besagten Prozesse zu beleuchten, muss man auf die Energie zurückkommen, die im Zustand des Potentials keine aktuelle Richtung hat. Um sie zu aktivieren, muß eine aktive Bewegung induziert werden; es muß also ein Anlass bestehen, der richtungsweisend ist. Die einfachste Direktive ist ein Gradient, in dem die Bewegung ordnungsgemäß verlaufen kann. Das wird durch Ungleichheit bewirkt, wie unterschiedliche Konzentrationen, Ladungen, Temperatur etc., also zwischen zumindest zwei Zuständen oder Medien. Die Bewegung entsteht aus dem einfachen Grund, die Ungleichheit auszugleichen, zu eliminieren, und die Richtung ergibt sich aus dem Fluß des höheren Wertes in den des niedrigeren. Das heißt im weitesten Sinne, als BB (Urknall=Big Bang) in die Szene brach, änderte sich der Energiezustand, von Potential zu Aktion, sprich Bewegung, und die besaß Richtung. Es entstanden Wege für alle Aspekte der Evolution. Die Elementarkräfte sind der Ursprung und die sprichwörtliche Exekutive, vor allem die elektro- magnetische Kraft, das die Elementarpartikel mit ihrer Eigendrehung und Ladung im Prinzip widerspiegeln. Kräfte, und Partikel sind die Basis, also der Grundplan, der wie ein Stempel im Boden eingedrückt ist. Atome, Moleküle, alle Verbindungen assimilieren, gemäß den Kräften, immer auf der Suche, Ungleichheit auszugleichen, Unterschiede zu limitieren, oder schlichtweg einfach nur, leeren Raum zu füllen, wobei alles entlang der Gradienten, Affinitäten und Spannungen der bestehenden und neuen lokalen Bedingungen und Möglichkeiten erfolgt. Mit wenig Aufwand sichert das die Einhaltung und Ausführung des ‚Grundplans‘, der tatsächlich nichts anderes als grundlegende Information ist. Was folgt, ist routinemäßige Arbeit, wobei Physik und Chemie die Moderatoren sind, die flexibel genug, neuen Konstellationen den Weg ebnen, aber die alten ausbauen und alle, je nach Bedarf, modifizieren. Das führt zu planmäßigen „Straßen“, sowie funktionellen „Netzwerken“, was sich in ständigen und andauernden Wiederholungen dokumentiert und die dann als Informationen integriert und weitergegeben werden, stets anwachsend und immer vielfältiger. Jede Zelle hat und folgt ihren Gradienten, chemischer, oder elektrischer Natur, und jede Entwicklung hat Ausgleich zum Ziel. Wir würden weder ein schlagendes Herz haben, noch Atmung, oder Verdauung, würden die grundlegenden Prinzipien nicht etabliert worden sein. Es macht also keinen Unterschied, ob sich diese Vorgänge im unorganischen oder organischen Bereich des Lebens abspielen, sie sind ein und dieselben. Sie erfahren nur eine Vervielfältigung und werden komplizierter, oder besser, verfeinert, so wie Evolution an Komplexität zunimmt. Es führt zu speziellen Entwicklungen, sowohl in der Physik, wie der Chemie, unorganisch wie biologisch, die Vielfalt ist enorm. Leider können Details im Rahmen dieses Artikels nicht behandelt werden. Der Leser möge dementsprechende Literatur in Anspruch nehmen.

Das heißt nicht, daß wir nicht einen Blick in das umfassende Material werfen. Es läßt sich ohnehin nicht vermeiden. Also, schauen wir ein wenig. Nach dem BB, der Kessel, voller Kräfte und Partikel, ist am Kochen. Es herrscht erstklassiges Chaos, doch innerhalb dessen entwickeln sich Muster. Geladene Teilchen kollidieren miteinander, annihilieren sich, oder verschmelzen, und nukleieren (Kern/Keim bildend). Chaos ist voller Möglichkeiten. Das zeigt sich hier in allen Stadien der Atom- und Molekülformationen, die sich an manchen Stellen ansammeln und verdichten und Hotspot Nebula (Gasnebel/-wolken) formen können, die als Geburtsstätte von Sternen und Galaxien bekannt sind. Billionen Jahre später nach dem BB taucht aus dem Solarnebel eine Akkretionsscheibe auf, die dann unser Planet Erde wird, dessen Nukleus, oder Kern, Eisen ist, der sein eigenes elektromagnetisches Feld erzeugt. Nun, man bedenke! Eisen ist auch ein Kernpunkt, oder eben das Herz unseres eigenen Lebens. Als Element ist Eisen in unserem Blut. Es regelt unseren Sauerstoffbedarf. Ohne elementares Eisen würden wir nicht atmen. Zufall? Gewiß nicht! Eisen ist nämlich das Herz unseres Planeten. Ohne sein Magnetfeld könnte sich unsere Atmosphäre nicht halten, und, ohne die könnte sich organisches Leben, so wie wir es kennen, nicht entwickelt haben. Also, Eisen ist so elementar für den Planeten, wie es auch für unser eigenes Leben ist.

Aus der Akkretionsscheibe also formte sich langsam eine Gaskugel, in deren Zentrum sich, ebenso langsam, geschmolzene Materie ansammelt, wobei von Anfang an stets eine Eigenrotation vorhanden war, die im Laufe der Entwicklung und in zunehmendem Maß zu jener Achse wird, um die sich unsere Erde dreht, wohlgemerkt damals schneller, als sie das heute tut. Aber das Verlangsamen und das miteinhergehende Abkühlen brachte jene Umweltbedingungen, die später organisches Leben erlaubte. Tatsächlich brauchte es auch eine Kollision mit einem Schwesterplaneten, um die junge Erde für eine solche Entwicklung auf die rechte Bahn zu setzen. Zweifellos früher, als man glaubt, und mit einigen Versuchen verbunden, organisches Leben zu etablieren, einfache Organismen kamen und gingen. Man muß bedenken, die Erde war (und ist noch immer), in einer Transformationsphase. Das heißt natürlich, daß die vorliegenden Gegebenheiten bestimmen, was möglich ist. Vorweg sind es die chemischen Reaktionen, die stattfinden können, die die Plattform schaffen, auf der sich etwaig geeignetes biologisches Leben etabliert. Solches Leben kann nur dann Fuß fassen und erhalten werden, wenn die Konditionen es erlauben und es kann sich nur solange halten, wie sich diese nicht dramatisch verändern.

Übrigens! Chemische Reaktionen sind nichts anderes als atomare Interaktionen, wie mannigfach und effektiv, das ist dem Leben selbst überlassen, herauszufinden. Jede Interaktion ist aber auch eine Art Kommunikation. Man kann es durchaus als die Sprache unorganischen Lebens sehen, oder eben als ‚Sprache der Atome‘ bezeichnen. Die einzelnen Partikel, Ladungen und Kräfte sind die Worte; Bindungen und Verbindungen sind die Elemente, mit denen die Worte zusammengefügt werden, zu Sätzen, mit entsprechendem Informationsinhalt. Das heißt also, die aktuelle Reaktion ist das Umsetzen und Weiterleiten von Information, und das entstandene Ergebnis ist die Antwort, sichtbar für alle, als Evidenz des abgelaufenen Prozesses, und als Antwort im Sinne des sprachlichen Geschehens. Informationen werden also effektiv weitergegeben, ohne daß es des gesprochenen Wortes bedarf. J. Archibald Wheeler, theoretischer Physiker, hat auf jeden Fall recht: Information manifestiert sich in der Materie, oder andersrum: Materie ist manifeste Information. Die physikalischen und chemischen Prozesse sind daher Aktionen, die gemäß den Gesetzen des „Bauplans“ ablaufen, oder besser, sie folgen den Instruktionen der im Fundament liegenden Information. Zellen folgen demselben Prinzip. Auch sie geben Informationen weiter, in und von Zelle zu Zelle. Dasselbe Prinzip ist allen Formen zellulären Lebens eigen. So wie die unorganischen Partikel und Kräfte die grundsätzlichen Informationen inkorporiert haben und sie manifestieren, die „Erben“ folgen demselben Weg. Was das anorganische Leben tut, tut auch das organische, uns eingeschlossen. Alle, einschließlich unsere Zellen, sprechen miteinander. Alle Kreaturen verständigen sich und so gebrauchen wir, als Mittel der geistigen Verständigung, auch Sprache. Nichts existiert, oder geht, ohne Information. Nur die Modalität der Sprache ist unterschiedlich, Konzept und Effekt sind gleich. Wellen sind die Botschaftsträger und der Weg der Vermittlung, ob über weite Distanzen, wie im All, oder von Zelle zu Zelle, oder die Distanz zwischen sprechenden Menschen, das spielt letzendes keine Rolle; wichtig ist schließlich nur die Weitergabe von Information.

Ein anderes wichtiges Element für organisches Leben ist Wasser (H2O). Es muß nicht einmal in seiner flüssigen Phase sein. Als Hydrogen und Oxygen war es ohnehin auch in Erde‘s frühestem Zustand vorhanden. Höchstwahrscheinlich wurden sie durch Vulkaneruptionen aus der in Materie gebundener Elementarform freigesetzt, die in den aufsteigenden Gas- und Schwefelsäurewolken, gemischt mit Asche, als Dampf mitauftraten, um sich in der danach folgenden Abkühlung zu Wasser zu verbinden. Man kann also getrost sagen, daß nur durch vulkanische Aktivitäten Wasser entstehen konnte. Doch als Elemente waren und sind sie immer schon vorhanden, nicht nur zu Beginn unserer Erde, sondern generell, man findet sie überall im Kosmos. Tatsächlich sind H das häufigste, und O das dritt häufigste.

Wasser gab es demnach schon sehr früh in den Anfängen unseres Planeten, wenn auch nicht unbedingt als ein beständiger Fluss, oder in Form von Ozeanen. Massive Meteore bombardierten die junge Erde und angesammeltes Wasser wurde oft genug vaporisiert. Die Erde hatte auch sehr früh eine Atmosphäre, allerdings nicht mit der jetzigen vergleichbar. Sie hatte viel zu wenig Sauerstoff, um Leben, so wie wir es kennen, zu ermöglichen. Aber organisches Leben gab es durchaus, auch damals schon. Nur sah es eben anders aus. Man nimmt an, daß es noch früher auftrat, als die Methan produzierenden, 3,8 Milliarden Jahre alten Mikroben, welche man heute noch im Boden der Tiefsee und in vulkanischem Terrain findet. Erst um die 2,7 Milliarden Jahre gab es genug Sauerstoff für unsere mikrobiellen Ahnen, was wir den Cyanobakteria zu verdanken haben, die Methan als Energiequelle benutzten und Sauerstoff als Abfallprodukt ausschieden. Sie traten so zahlreich auf, daß dieser Abfall mehr O produzierte, als die junge Erde verbrauchte. Somit reicherte es die Atmosphäre an, glaubt man derzeit jedenfalls.

Nicht nur H, das Element, auch Eis ist in unserem Solarsystem und im Weltraum zur Genüge vorhanden. Man findet es sowohl sonnennahe, wie im weiten Kosmos, wo es sich als interstellares Eis in Form von Eiskörnern präsentiert. Die enthalten zudem chemische Elemente und Verbindungen mit niedrigem Siedepunkt, wie Nitrogen, Kohlendioxyd, Ammonium, Schwefeldioxyd und Methan, neben dem obligaten Wasserstoff. Dieselben Elemente sind natürlich auch Bestandteile der Erdkruste. Eisgranulate finden sich auch in unserer Atmosphäre, sind aber besonders häufig in den molekularen Nebelwolken, den Geburtsstätten neuer Sterne. Wissenschaftler fanden dort kürzlich auch Aminosäuren und Nukleotide, die für Verbindungen wie Proteine essentiell sind, gewonnen aus dem Körnereis bei Prozessen wie Hydroxylierung, Hydroxygenierung, Oxygenierung. Es bestätigt nur, wie unsinnig es ist, das Universum und die Erde als völlig verschiedene, nicht verwandte Körper zu sehen. Gemäß diesen Umständen ist Gaia eher logisch, als Phantasie.

Nun, Eis ist, wie wir wissen, die solide Form von Wasser, auch feste Phase des Wassers genannt. Wenn Wasser unter normalem atmosphärischem Druck auf 0o absinkt, (das gilt für fast alles Wasser und Eisbildung auf unserem Planeten), seine molekulare Ordnung ändert sich während der Übergangs-, oder Transitionsphase. Das meiste Eis unseres Planeten präsentiert sich in einer hexagonalen kristallinen Struktur. Beinhaltet es ‚Unreinheiten‘ mag es milchig weiß sein, was wir als Schnee kennen. Eis wird als ein Mineral eingestuft, als kristalliner anorganischer Feststoff. Interessanterweise, wenn man die Moleküle daran hindert, sich in diese hochgeordneten Strukturen zu arrangieren, Wasser kann nicht mehr gefrieren. Es geht eine sogenannte Mesophase ein, unabhängig davon, wie tief die Temperatur auch sinken mag. Das gilt für alle Flüssigkeiten und heißt, daß Kristalle nicht mehr fest, sondern flüssig sind. Das ist deshalb wert hervorzuheben, weil es eminente biologische Implikationen hat, denen man allerdings erst in jüngsten Zeiten besondere Aufmerksamkeit geschenkt hat, vor allem im Kontext der 3-dimensionalen Organisation lebender Materie und deren innerer Dynamik. (Der interessierte Leser möge sich die Studien über Struktur und Funktionen der Fibrillen in Haut, Muskeln und lamellaren Knochen ansehen und informieren; ja sogar DNS-Applikationen gibt es. Aber auch die Eigenschaften von Fischschuppen und Sperrholz gehören damit dazu. (Das muß hier leider genügen, um die Wichtigkeit der Mesophase hervor zu heben!).

Aber der wichtigste Punkt ist, die enorme Bedeutung der Phasen zu verdeutlichen, - sie sind wichtig für alles in unserem gesamten Universum. Das heißt also, es ist die Physik, die Aufbau und Entwicklung (Evolution) diktiert, Schritt für Schritt. Nichts wird verworfen, schon allein deshalb nicht, weil es dem Nachfolgenden als Grundlage dient und mitbestimmend bleibt, wenn auch nicht mehr voll im Vordergrund des Geschehens stehend. Dasselbe gilt auch für das geistige Wachstum, denn auch Intelligenz hat ihr Wachstum. Deren Kapazität, organisch gesehen, ist anfangs zu gering, um jene Prozesse, die ausschlaggebend sind, zu verstehen, die uns zu dem gemacht haben, was wir sind. Erst nach entsprechender geistiger Entwickelung kann sich der Verstand sein eigenes Imperium schaffen, um die vielen, ebenso anwachsenden Verflechtungen der ‚Schöpfung‘ zu entwirren und die verborgene Realität zu entblößen, damit der immer hungrige Verstand sie aufnehmen und verdauen kann, was schließlich zum Begreifen der Wahrheit führt, um die sich alles dreht.

Aber zurück zu chronologischen Ereignissen. Die Erdkruste formte sich, als sich unser Planet abkühlte. Es gab der flüssigen Lava an ihrer exponierten Oberfläche die Gelegenheit eine Haut zu bilden. Der Vorgang entspricht der Phasen Transition, in der sich die Elemente neu organisieren, ganz entsprechend dem Prinzip, erst Gaszustand, dann flüssige (Lava) Phase, dann Solidifikation. Das geschieht, phasendynamisch durch Kristallisierung. Sie schafft das ‚Gerüst‘, die mit Strukturierung innerhalb einer Flüssigkeit (Lösungen/Präzipitate) beginnt. Von Gas zu Flüssigkeit zu solider Materie, zuerst in Kristallform, dann Gestein und schließlich Erde, was wiederum die formale Grundlage bildet, durch die und auf der sich organisches Leben in all seiner Vielfalt entwickeln kann. Thermodynamische Prozesse, unter den elektro-magnetischen Feldbedingungen der Erde sind die Voraussetzung; Wasser und Atmosphäre sind die Umweltbedingungen. Sie erlauben der Evolution ein weites Spektrum des Ausdrucks und den Organismen das Fortbestehen ihrer Art, weil mit soliden Strukturen auch Stabilität einhergeht. Aber die Vorgänge sind auch hier nicht anders, wie im anorganischen ‚Nest- oder Keimbilden‘, (Nukleation), des gleich nach dem BB entstandenen Plasmas. Auch dort gab es die extremen Temperatur- und Abkühlphasen, die mit den entstehenden Gasen den Samen für die nachfolgenden Molekularwolken (Nebula) bereitstellten und zu all dem führten, das wir Universum nennen.

Die Phasendynamik läßt sich also mit Wasser leicht beobachten. Man sieht praktisch, wie sich an der Oberfläche Muster formen, Blasen aufsteigen, und wie H2O als Dampf entweicht; oder wenn sich Eis bildet, indem plötzlich kleine Eisinseln entstehen. Man kann visuell die Transition verfolgen, sowie das Endergebnis, das den neuen Phasenzustand charakterisiert, sinnlich begreifen. Die bestehende Form verschwindet, wird zu Dampf, oder wird völlig fest, nämlich Eis. Die Eisbildung im Winter spricht den Menschen besonders an, weil er sieht, wie sich Teiche und Seen verwandeln. Den Vorgang zu beobachten ist für Kinder oft eine richtige Geduldsprobe, denn sie können es kaum erwarten, bis sie sich auf dem Eis vergnügen können. Derselbe Prozess läuft ab, wenn Lava sich abkühlt, nur sieht das Ganze eben anders aus, und nicht das Vergnügen steht im Vordergrund, sondern die lebenswichtige Aufgabe des planetaren Reifens.

Jeder Keimbildungsprozess ist die Folge einer Interaktion und Reaktion zwischen Elementen. Natürlich bedarf es auch entsprechender Kräfte, die einzelne Partikel/Elemente miteinander verbinden können, (wie z.B. Schwerkraft, elektrische Ladung, Energiequellen jeder Art), ansonsten würden die Elemente in ‚Suspension‘ bleiben. Wenn nun unter den richtigen Gegebenheiten Partikel, Atome oder Moleküle sich zusammenfinden, kennzeichnet es den Beginn der Keimung, (Nukleation, oder ‚Nestbildung‘). Das Escheinen von Keimen ist der erste Schritt jeder Phasentransition. Es ist also der erste Schritt der Formgebung und/oder Strukturbildung und damit die Basis aller Materie. Tatsächlich ist es ein Akt eigenständiger Organisation, sozusagen ein Akt der Selbstmontage, und laut offizieller Definition ist Nukleation jene Zeit, die ein Beobachter notwendigerweise warten muß, bevor ein neuer Phasenbeginn augenscheinlich wird.

Es ist wesentlich, daß man Selbstorganisation/Selbstmontage versteht, denn alle bereits vorhandenen Komponenten in einem ungeordneten System, sei es die Plasmasuppe nach dem BB, oder die flüssige Lösung dieses Diskurses, in allen findet ein selbstorganisieren statt. Streng genommen, selbst die schwächste Musterbildung hat bereits Strukturen, die eben das Muster halten, bestimmt durch ihre artspezifischen Eigenschaften und laufenden Interaktionen, ohne externe Fremdbestimmung und unabhängig von umweltbedingten Einflüssen. (Nicht zu verwechseln mit den externen Bedingungen, die die Prozesse fördern und Einfluß auf Form und Gestalt ausüben). Handelt es sich bei den Komponenten um Moleküle, nennt man das molekulare Selbstmontage.

Die Bedeutung des Gesagten liegt darin, daß es eine inhärente Eigenschaft der Energie, ja des gesamten Energiepotentials ist. Wie David Bohm es sieht, ist es in der „impliziten Ordnung“ enthalten, oder, anders ausgedrückt, im Quantum Potential des noch ungebrochenen, holistischen Universums; oder, sollte der Leser es bevorzugen, es ist dem BB-Potential zugeordnet und jedweder Materie eigen, von Partikeln bis zu allem hernach. Sozieternas sehen es einfach als ein Konzept der Evolution des Lebens an sich. Energie ist schließlich Leben. Selbstorganisation, Selbstmontage sind Trittbretter oder Pflastersteine, um der Energie Ausdruck zu geben, sich zu manifestieren, oder einfach ausgedrückt, sich visuell und greifbar zu machen.

In statischer Umgebung strebt das sich Ordnen das Equilibrium an, also den Ausgleich. In einer dynamischen Umgebung folgt es dem Prozess der Selbstorganisation. Das heißt, alles, das in einem ungeordneten, sich stets veränderbarem System existiert, sucht „Gesellschaft“, möglichst von eigener Art, oder zu was es sich eben hingezogen fühlt, was sich tatsächlich auch im sozialen Bereich der Menschen abspielt, nämlich „Gleich und Gleich gesellt sich gern“, oder „Gegensätze ziehen sich an“. Anhäufung, Gruppenbildung, - alles und jedes fühlt sich am wohlsten unter Seinesgleichen, oder wird durch Opposition angeregt. Es bringt „Stärke“ im Kampf ums Überleben.

In der Natur heißt Keimbildung nichts anderes wie Aufbau von Nanostrukturen, ist also kernbildende Selbstorganisation. Im organischen Leben zeigt sich das im Wachstum von kleinsten Verbindungen zu großen, wie durch dimensionale Ausdehnung und räumliche Arrangements. Umgebungsdynamik bestimmt die Form der Strukturen und deren Funktionen mit dem Ziel der besten ökonomischen Zweckdienlichkeit. Man kann diese Entwicklungen in vielen Fällen praktisch nachvollziehen.

Generell ist Keimbildung ein langsamer Prozeß, abhängig von den vorherrschenden dynamischen Kräften. Sie ist anfänglich nicht sichtbar, sondern erst im späteren Stadium, wie das mit Wasser als Beispiel eindrucksvoll demonstrierbar ist. Störung, Unreinheiten, etc., beeinflussen die Rate der Nukleation. Wieviel Zeit eine Transition braucht, und in welcher Form sich die Selbstmontage (Organisation) präsentieren wird, ist also variabel.

Die ersten Anzeichen der Keimbildung sind immer sporadisch und willkürlich, egal in welchem Medium oder System es stattfindet und schwankt auch in seinem Ausmaß. Die sichtbaren Inselchen tauchen erst auf, so wie der primäre Prozess voranschreitet. Das mag durchaus einem sekundären Prozess dienen, dessen Ergebnis dann Dinge sind, an denen wir Menschen uns erfreuen, wie Edelsteine und wertvolle Metalle. Der Punkt ist, daß Nukleation unbestimmten Regeln folgt, weder wo oder wann es auftritt, ob der Keim bestehen bleibt oder sich einfach wieder verliert. Das heißt also, der nächste Schritt im Geschehen erfolgt nur, wenn die Bedingungen, die darauf einwirken, es auch erlauben.

Bohm’s „Potential Quantum Field“ Hypothese spricht von Wellen inerter Energie, die beliebig als Partikel an Punkten der Interferenzkreuzstellen auftauchen. Wenn dort eine Häufung stattfindet, mag das durchaus als Nukleation bezeichnet werden, (die höchst ursprüngliche überhaupt). Der spätere Kristallisierungsprozess, nämlich von Flüßigkeit zu solider Materie reflektiert das Originalgeschehens, nur ist das jetzt beobachtbar, was auf der Ursprungsebene nicht möglich ist, derzeit jedenfalls. Das heißt aber auch, nur wenn wir den Prozess und das Produkt der Phasentransition sehen können, wie im Falle von Wasser und Eis, haben wir kein Problem mehr, sowohl den Prozess, als das Endprodukt, als etwas Reales zu akzeptieren. Trotzdem alle Prozesse im Prinzip dasselbe sind, der Mensch begreift sie nur dann als Wirklichkeit, wenn er sie, oder zumindest deren Produkte, im wahrsten Sinne des Wortes, auch angreifen kann.

Die nicht zu beobachtende Keimbildung macht uns also zu schaffen, doch wissen wir inzwischen sehr wohl, daß es sie gibt. Vor allem im biologischen Bereich macht uns das Kummer. Man denke an die Krankheiten, wie Alzheimer’s oder Krebs, deren Ansatz, Plaques und Metastasen wir nicht im Stadium der Keimbildung sehen, sondern erst später, wenn die „Nester“ vorhanden sind, also wenn die Krankheit sich manifestiert hat und die Ausbreitung erfolgt ist.

Jede Keimbildung, jede Phase braucht natürlich Energie und ein Momentum, das den Prozess ins Rollen bringt. Das geschieht im Zustand der sogenannten Metastabilität. Der Leser möge sich zum besseren Verständnis allerdings selber in die diverse Literatur der Thermodynamik vertiefen. Wie so vieles ist es für diesen Artikel zu unmöglich, darauf einzugehen. Aber ein paar Worte zur Metastabilität. Am einfachsten ist es, sie sich visuell vorzustellen, nämlich als Ball, der sich in einer labilen Position befindet, aus der er, bei geringstem Anlaß, delogiert werden kann. Ob er dann Stufen runterhüpft, einen Hügel runterläuft, oder von einer Spitze in eine Mulde fällt, oder auch nur eine kleine Strecke dahinrollt, in jedem Fall ist seine Bewegung immer eine Energiequelle, denn Energie wird dabei freigesetzt.

Um kurz zu resümieren: Der Beginn, BB also, der Startpunkt (A), ist Energie in ihrem Gesamtpotential. Energie hat im Quantum Zustand keine feste Masse und bewegt sich als Welle. Am Endpunkt (B), ist sie die konkrete Manifestation, also solide Materie, eben E=mc2. Die Reise von A nach B ist ihre Zeit der Transformation, die zusammen mit Nukleation und Potentialkräften einhergehend, sich als Muster der Interferenzen in Wellen/Partikelform deklariert. Die Physik dient als Baugerüst, an dem sich die Strukturen der groben Materie orientieren und organisieren können. So wie die Reise fortschreitet, desto sichtbarer und greifbarer werden die entstehenden Formen in ihrer Komplexität. Das ist der Energie und ihrer Dualität zu verdanken, die einerseits als Partikel, andererseits als Welle, Substanz bildet und gleichzeitig den dazu nötigen Energiebedarf deckt. Ihre Dualität ist inhärent und immer vorhanden. Kurz gesagt, Energie ist sowohl Baumaterial wie Sprit für die Arbeit. Und so wie die Interaktionen zwischen Partikel und Kräften zunehmen, so wachsen die Formen der Materie. Die einfachen Reaktionen werden komplexer, sowie deren einhergehenden Funktionen immer anspruchsvoller. Guten Morgen Physik! Guten Tag Chemie! Willkommen organisches Leben und all der Rest, der noch zu erwarten ist. Den Endpunkt haben wir nämlich, kosmisch gesehen, noch lange nicht erreicht.

Die Hauptzutaten für organisches Leben auf unserer Erde sind Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Silikon, Schwefel und Eisen. Diese Elemente bilden unsere Erdkruste und diese Elemente sind natürliche Bestandteile aller lebenden Dinge. Mit dem Beginn organischen Lebens, obwohl stets gegenwärtig, bloß nicht so augenscheinlich, hat die Physik ihren Partner in der Chemie gefunden. Beide haben und schaffen ihre eigenen Regeln, während sie Hand in Hand voranschreiten. Um chemische Reaktionen zu beschleunigen, benutzt die Natur bestimmte Verbindungen, die man als Katalysatoren bezeichnet. Diese sind an allen komplexen Reaktionen beteiligt. Im organischen Bereich, insbesondere den organischen Funktionen, werden sie Enzyme genannt. Sie bestehen aus den oben genannten einfachen Elementen, die sich im Laufe der Zeit zu hochspeziellen Moderatoren entwickelt haben. Sie sind an allen essentiellen Prozessen organischen Lebens beteiligt, ohne jedoch in diesen Prozessen selber verloren zu gehen. Ohne sie könnten wir weder atmen, noch Nahrung aufnehmen und diese in Energie umwandeln. Ja wir könnten ohne sie überhaupt nicht existieren, da jede einzelne Zellaktivität von den Katalysatoren/Enzymaktivitäten abhängt. Es ist tatsächlich verblüffend, wie schlicht alles beginnt und wie verfeinert alles endet. Zum Gegenstand der chemischen Prozesse, einschließlich der Rolle der Enzyme, so faszinierend wie das auch ist, der Leser möge sich anderweitig in die besagte Literatur vertiefen. Dieser Artikel versucht nur die wichtigsten Trittsteine freilegen, da der Verlauf der Entwicklung, vom anorganischen zum organischen Leben, zu komplex ist und man leicht das Ziel, oder den Zweck des Artikels, aus den Augen verlieren könnte.

Das Miller-Urey Experiment in 1952, ist ein solcher Trittstein und wert, hervorgehoben zu werden. Es war das erste Experiment, das zeigen konnte, daß organische Verbindungen, wie Aminosäuren, Bausteine organischen Lebens, aus anorganischen Verbindungen synthetisiert werden können. Unter Laborbedingungen, die die Umwelt der Erde zu jenem Zeitpunkt kopierte, in der die Voraussetzungen für die Entwicklung organischen Lebens vorhanden waren, wurden einfache Gase der Hitze, Abkühlung und simultaner elektrischer Entladungen ausgesetzt, wie sie dem Milieu der Erde entsprachen. Sie wurden mit extremer Energie bombardiert, wie das bei gewaltigem Blitzschlag und Bestrahlung der Fall ist. Tatsächlich kam es kam dabei zur Bildung von einfachen, aber eben organischen Verbindungen, die der Grundstein organischen Lebens sind.

Die organischen Bausteine sind freilich nur ein Teil im Mosaik der Entwicklungsgeschichte. Der andere Teil ist selbstverständlich das Vorhandensein von Energie, ganz speziell „freier“ Energie. Eine Hypothese über den Ursprung organischen Lebens ist daher, und das nicht unberechtigt, die These, des „Metabolismus First“. Katalysatoren spielen darin natürlich eine besondere Rolle, denn sie sind verantwortlich für das Bereitstellen von Energie. In Form von Enzymen setzen sie diese Rolle im metabolischen Geschehen der sich entwickelnden Organismen fort. Das ist kein Zufall, sondern reine Zwangsläufigkeit, denn jeder Prozess braucht Energie, sowie eben jede Maschine ihren Treibstoff braucht.

Der früheste Nachweis organischen Lebens auf unserer Erde geht 3,7 GY (Giga, oder Billionen Jahre) zurück, doch mag es sehr wohl früher vorhanden gewesen sein. Man hat erst kürzlich uralte Organismen in extrem tiefgelegenen Erdschichten entdeckt. Diese Lebensformen brauchen für ihr Leben keinen Sauerstoff und könnten sich schon vor dem archäischen Äon entwickelt haben, oder im Hadean, aus welcher die Fossilien im Geyserit (opale Kieselsäure), stammen, wie man sie im Pilbara Craton in West Australien, findet, oder auch als fossilierte Mikro-Organismen in den hydrothermalen Lüftungsschlitzprezipitaten im Quebecischen Felsgestein in Kanada.

Wie dem auch sei, Leben, so wie wir es kennen, mag mit der Ozeanen Bildung einhergehen, vor 3,8 Billionen Jahren, doch das Urteil steht noch aus.

Daß sich unser Leben auf unserer Erde entwickelt hat, ist mehr als nur wahrscheinlich, vor allem weil alle ‚Zutaten‘ reichlich vorhanden sind. Mit den rechten Umweltbedingungen, die den Prozess in Gang bringen, kann der Samen aufgehen. Wohlgemerkt! Der erste und wichtigste Schritt ist natürlich das Selbstorganisieren, die Selbstmontage, eben der Auf-, oder Zusammenbau von Elementen. Danach folgt der Ausbau mit Hilfe neuer Verbindungen, und neuen Materialien die der Planet zu offerieren begann. Vom einfachen Molekül zum Makro Molekül, zu den Polymeren, die sich von molekularen Einheiten zu langen Ketten zusammentun, mit neuen Möglichkeiten im Schlepptau, es scheint keine Grenzen für den Fortschritt zu geben. Ketten können aber nicht nur linear anwachsen, sondern können sich auch räumlich ausbreiten. Das erlaubt dann dimensionale Strukturen, neue Gestalten und verschiedene Formen, mit unterschiedlichen und speziellen Fähigkeiten und Funktionen. Und das alles nach dem Motto, „ein Schritt nach dem anderen“. Ketten haben, oder, bestehen aus Gliedern, nur sind die Glieder biologische Einheiten. Das gibt ihnen die Fähigkeit, sich in dimensionale Formen zu verwandeln.

Lineare Entwicklung ist allgegenwärtig: Vom Teilchen, wie Quark, zum Atom, vom Molekül zum Polymer, worunter die RNS fällt, der Meilenstein für die Entwicklung organischen Lebens, so wie wir es kennen, bis zur DNS, unsere eigene Bio-Chronologie, der Fortschritt ist eine lineare Angelegenheit. Unsere biologische Welt ist bekanntlich eine RNA-Welt! Andere Welten mögen durchaus existiert haben, doch der Planet war selber noch nicht stabil genug, um langfristiges organisches Wachstum zu gewähren. Was sich äußeren Umständen nicht anpassen kann, muß eben aufgeben. Doch zurück zu den Ketten, weil sie in so vielen Dingen zu finden sind. Ein besonders schönes Beispiel ist unsere Wirbelsäule, - eine Kette aus knöchernen Segmenten. Aber Entwicklung ist immer und auf jeder Ebene linear, auch im Falle einer befruchteten runden Eizelle, die zu einem Ball aus mehreren runden Zellen wird, Blastula genannt, gefolgt bei Gastrulation, wo aus der zuvor noch einfachen Zellschicht, die drei Keimblätter hervorgehen, aus denen sich der Körper des neuen menschlichen Wesens entwickelt. Und überall, wo auch immer man hinschaut, Wiederholungen sind ebenfalls ein fixer Bestandteil des Geschehens, sowohl von Materialien, sowie deren Zusammenbau und Arten der Verbindungen. Das Prinzip der Lebensentfaltung ist einfach: Mit ein paar Zutaten, ständigen und zahlreichen Wiederholungen, aber in durchaus neuen und überraschenden Kombinationen, die Vielfalt, die damit erreicht wird, ist atemberaubend. Und doch! Nichts ist wirklich „neu unter der Sonne“. Es demonstriert jedoch die Einfachheit der Regeln, ja des Designs der gesamten Schöpfung. Das läßt sich durchaus mit dem Fraktal vergleichen, (mehr davon später). Daß man allerdings in den vielen sich entwickelnden Formen und Gestalten verloren gehen kann, ist nicht überraschend, denn die Vielfalt lenkt vom Einfachen ab. Obendrein, und wie im Widerspruch, Neues entsteht laufend, - auch wenn wir es gar nicht wahrnehmen.

Der Klarheit wegen sei betont, Polymere sind nicht nur biologische Verbindungen, sie sind die Grundlage und Voraussetzung für organisches Leben und dessen Entwicklung schlechthin. Jedes kleine Molekül (Monomer), organisch or not, tut sich mit anderen zusammen, allein schon durch die Kovalente, die für chemische Neuverbindungen sorgen. Das wiederum liefert neue und einzigartige Ergebnisse, mit neuen formalen und physischen Eigenschaften. Viele Polymere werden industriell genutzt, weil sie spezifische Qualitäten haben, wie Härte, Viskosität, Elastizität, etc. Sie können flüssig, amorph, semi-kristallin oder eben Kristalle sein. Die Möglichkeiten sind beeindruckend. Aber und vor allem ist wichtig zu erkennen, daß sowohl das eine, wie das andere, Leben ist und Leben hat.

Übrigens! Verschiedene Branchen der Wissenschaft sind zum selben Schluß gekommen: Alles hat die Fähigkeit der Selbstorganisation, der Selbstmontage, was so viel heißt wie strukturelle Ordnung ins Chaos zu bringen. Der Konsensus ist, daß unsere sichtbare Welt nie und nimmer im Chaos ihren Ausdruck finden könnte, schon gar nicht organisches Leben. Nur durch den Verlust von Entropie (Chaos) kann Materie Gestalt annehmen. Strukturen sind schließlich ein Zustand der Ordnung. Besonders ersichtlich in Kristallen, deren Atome so niedlich geordnet sind. Ordnung ist bei anderen Materialien natürlich auch der Fall ist, nur eben weniger beeindruckend organisiert. Selbstmontage heißt also immer, daß im Chaos frei bewegliche Elemente dazu tendieren, sich zusammenzutun. Es erfolgt gemäß den vorherrschenden Kräften und freier Energie, die vor allem in der hoch entropischen Phase mit deren extremen Temperaturen, zur Verfügung stehen. Das Absinken der Temperaturen verändert natürlich das Milieu. Es benötigt Reorganisation und erlaubt neue und andere Entwicklungen. Es rückt aber auch die Wichtigkeit der Umwelt ins Rampenlicht, da, wenn diese sich ändert, Änderungen zu erwarten sind. Umweltbedingungen ändern sich laufend, nicht aber das Prinzip, nachdem sich die Änderungen richten. Das Prinzip ist allgegenwärtig und konstant, sozusagen, es ist die Konstante im ganzen System.

John Conway, Stanislav Ulam, John von Neumann und Herman Haken, (Wissenschaftler und/oder Mathematiker) sollen hier erwähnt werden, da sie mit ihren Arbeiten zum Verständnis der Selbstorganisation und Selbstreplikation die Nachweise lieferten, die Kriterien der Definition organischen Lebens sind. Sie bewiesen aber auch, daß beides in „lebloser Materie“ ebenso stattfindet.

Der englische Mathematiker John Conway schuf ein Computerspiel, sinnigerweise „Spiel des Lebens“ genannt (1970), womit er demonstrieren konnte, daß alles, das sich Computer algorithmisch berechnen läßt, auch im wirklichen Leben anwendbar ist. Obwohl nur ein simuliertes Spiel mit theoretischen „Einheiten“, reflektiert es das Verhalten realer Zellen, insbesonders die Selbstorganisation, die spontan auftreten kann. Die einfachen Regeln des Spiels führen zu Mustern, die, durch die didaktische Analogie ersichtlich, Neuorganisation und, entgegen aller intuitiver Vorstellung, komplexe Neukonstruktionen sind, auf spontane Weise von selbst entstehen, ohne Zutun des Spielers, oder eines „Designers“, oder anderer externer Beeinflussung.

Sein Werk stützte sich auf Stanislav Ulam’s und John von Neumann’s Studien über das Wachstum von Kristallen in bewegter Flüssigkeit, die zeigten, wie Kristalle sich aus einer Flüssigkeit entwickeln, was damit das „Erste System zellulärem Automatismus“ darstellt. Von Neumann entwickelte eine Methode, die Flüssigkeitsbewegungen kalkulierbar machte, in dem er bestimmte Quanten (Einheit/Zelle) von Flüssigkeiten verwendete und die Effekte studierte, die dabei entstanden, einerseits auf eine Einheit/Zelle der Flüssigkeit, sowie deren Wirkung auf die nachbarschaftlichen, und dann deren gegenseitige Beeinflussung in der Folge. Es zeigte sich, daß es natürliche Regeln gibt, wie diese Quanten ihre Erregung weiterleiten. Je enger die Nachbarschaft (denke an Tesselation/Mosaik), desto schneller und stärker die Weitergabe, und, entsprechend den Beobachtungsdaten, es entstanden dabei natürliche Muster, deren sich die Natur bedient, die sie sich aneignet und worauf sie dann Neues aufbaut. Das einfachste Beispiel von Erregung und Weitergabe eines Reizes ist wohl das Werfen eines Kiesels in stilles Wasser. Das entstehende Wellenmuster, vor allem, wie es sich ausbreitet, erfolgt höchst geordnet und wird präzise exekutiert, doch die Schönheit liegt in der versteckten Komplexität des Details und im visuellen Schauspiel, das damit einhergeht.

Es demonstriert aber auch, wie Information, ganz generell, weitergegeben wird, ohne Worte verwenden zu müssen. Information ist jedoch die Voraussetzung jeglicher Entwicklung. Information ist sozusagen der eingewobene, intrinsische Leitfaden, ist das allgegenwärtige geistige Element des Lebens schlechthin. Es ist verschlüsselte Energie., oder vergleichbar mit Architektur, ohne die nichts ‚in Ordnung‘ gebracht, oder geschaffen werden könnte. Damit ist nicht der Architekt gemeint, (oder Gott), zumindest nicht als objektivierbares Wesen, sondern ist zweifellos das Wesentliche oder Essentielle im Ausdruck. Selbst die Bibel sagt: „Am Beginn war das Wort“. Beachte! Worte sind nur symbolische Einheiten zum Zweck der Informationsweitergabe, eine Modalität unter vielen anderen. Die Natur hat ihre eigene Sprache, die von Anfang an in Form und aller Arten von Interaktionen mitbestimmend und beteiligt ist, Evolution voranzutreiben. Für Sozieterna ist Information einfach nur Energie, Schwingungsenergie, um genau zu sein, wo der Informationsinhalt in der Wellenfrequenz verschlüsselt, und als Welle weitergeleitet wird. Sprache, Musik, Vogelgesang, Brauchbares, Notwendiges, Entzückendes, was auch immer, Information beruht auf Vibrationen, die wir fühlen, die als Wellen an uns herangetragen werden und deren Frequenzmuster wir in unserem Gehirn entschlüsseln, zu welchem Zweck das auch sein mag.

Herman Hake’s Werk soll hier für manche speziell interessierte Leser erwähnt werden, das den Weg aus dem Chaos zu Ordnung unter den Regeln der Selbstorganisation, behandelt. Sein Buch, „Die Wissenschaft von Struktur: Synergetics“ ist dafür bestens geeignet. Kurz zusammengefasst, ‚Synergetics‘ ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, deren Gründer Herman Hake ist. Es befasst sich vor allem mit Selbstorganisationsmustern und Strukturen in einem offenen System, weit entfernt vom thermodynamischen Equilibrium und auf dem Boden des Ordnungs-Parameter Konzepts, das Phasentransitionen in der Thermodynamik beschreibt. Grundsätzlich, Selbstorganisation bedeutet Verlust von Graden von Freiheit in einem System, im Austausch für Ordnung, was zu Mustern, Strukturen und schließlich festen Formen führt. Selbstorganisation bedarf des makroskopischen Systems (in diesem Fall als existentielles System zu verstehen), das aus vielen nicht linearen, aber miteinander interaktiv verbundenen, untergeordneten Systemen besteht, die von externen modulierenden Bedingungen abhängen, wie Umwelt und Energieflüssen. Das trifft auf alle Selbstorganisationsmuster zu, in den verschiedensten Bereichen, sei es die Physik, Chemie oder Biologie. Unsere sichtbare Welt ist voll von diesen, allzu oft spektakulären und immer wundervollen, wie vielfältigen Mustern. Man braucht sich nur die Pflanzen-, oder Tierwelt anschauen. Überall, wohin das Auge fällt, findet man die schönsten Muster, die, strikt genommen, das Gegenteil von Chaos sind, oder eben das eine spezielle, opponierende Extrem innerhalb eines kollektiven Ganzen.

Selbstorganisation/Selbstmontage teilen ihre Wichtigkeit mit einem anderen wichtigen Aspekt unseres Lebens, nämlich Selbstreplikation. Von Neumann beobachtete, und wies auch nach, daß solche spezifisch gemusterten Einheiten/Zellen in ihrem gegebenen Milieu kontinuierlich endlose Kopien von sich selber herstellten. Diese zelluläre Automatik zeigte ein Tesselierungsmuster, wo Einheiten/Zellen eng aneinander gepackt sind. Die Replikation erfolgte also entlang der „Kristall-Nest Bildung“ Linien, Nester, die sich in den Flüssigkeiten formten und die er für das Experiment studierte. Das inspirierte ihn derart, daß er sich auf die Suche nach einer selbstreplizierenden Maschine machte, (das ohnehin und immer wieder der Traum vieler Wissenschaftler war und ist). Convey hingegen zeigte durch sein Computerprogramm, daß die einfachste Einheit/Zell Automatik eindimensional ist, nämlich linear geordnet, also in Reihe, mit 2 Möglichkeiten pro Einheit, ausgedrückt als Unit Wachstum, links oder rechts des Originals. Regelordnungen erfolgen in der Natur konditionell, während Convey diese in seinem „Spiel des Lebens“ durch einen Algorithmus ersetzte, der dann das Bilden der Muster bedingt, die innerhalb des gesetzten Rahmens geschaffen werden. Doch Neumann demonstrierte, daß die Natur das längst schon selber praktiziert hat.

Trotz seines Interesses hat von Neumann seine Pläne für eine selbst replizierende Maschine nicht weiterverfolgt, doch sein dahingehendes Design ist als „Universal Constructor“ (Universeller Konstrukteur) weltweit bekannt. Aber viel signifikanter war seine Erkenntnis, daß eine offenendige Evolution einer vererbbaren Information bedarf, die kopiert und an den Nachfolger weitergeleitet werden muß, unabhängig von der Fähigkeit einer solchen Maschine, die sich selbst replizieren kann. Seine Einsicht ging der Entdeckung unserer DNS bei Watson and Crick voran. Ihre Funktion reflektiert nämlich genau dieses Prinzip, das von Neumann für seine Maschine als essentiell beurteilt hat.

Übrigens sind selbstreplizierende Maschinen längst keine Utopien mehr. Sie sind sogar auf dem besten Weg jedwede Manufaktur von Maschinerie und Gütern in allen Bereichen modernen Lebens zu übernehmen. Sie werden derzeit in der Raumforschung und dessen Erschließung ( Teleskope, Marsrover, Asteroidmining) erfolgreich eingesetzt, was natürlich die beste Lösung ist, da es geradezu unmöglich wäre, fertige Maschinen in den Raum zu katapultieren und zu erwarten, daß das immer heil vonstattengeht, abgesehen von der notwendigen Technologie und den enormen Kosten, die das verschlingen würde. Aber Teile zu schicken und die Maschine baut sich dann selber zusammen, das funktioniert wunderbar, wie der Marsrover das grad so eindrucksvoll demonstriert.

Doch zurück zum Leben und dessen Selbstreplikation. Die Mathematik leistet in diesem Zusammenhang großartige Arbeit. Chaos Theorie und speziell Topologie liefern uns besondere Einsichten in das komplizierte Entfalten organischen Lebens. In augenscheinlich willkürlichen und chaotischen Verhältnissen, finden wir unterschwellige Aktionsmuster, wie stete Feedback Schleifen, Wiederholungen und konfigurative ‚Selbstähnlichkeiten‘, die Teile einer Form sind, die aber die gesamte Form im Kleinformat, also eine Kopie des Großen sind und dieses widerspiegeln. Jeder willkürliche Teil, der eine Kopie des Gesamten ist, ist eine Selbstähnlichkeit und wird als Fraktal bezeichnet. Man erinnere sich der „sukzessiven Verkleinerungen“, die uns faszinieren, weil sie eine Form oder Gestalt in fortlaufenden Verkleinerungen, bzw. Vergrößerungen, sichtbar machen, deren formale Erscheinung aber immer gleichbleibt, egal auf welcher Größenstufe sie sich befindet, da es eben endlose Kopien ihrer selbst sind. Der Originalentwurf für Leben schlechthin, mag durchaus als Fraktal gesehen werden, das in ständiger Wiederholung vom Makro zum Mikro (und andersrum), gekennzeichnet ist und das in jede Dimension paßt, da es eine Kopie seiner selbst ist, in jedem noch so kleinen Detail und das die Aussage untermauert, daß der Makrokosmos sich im Mikrokosmos (Universum/Mensch) wiederfindet, weil nur die Größenordnungen verschieden sind. Doch man erinnere sich, der Umstand, daß durch lokale Interaktionen von Teilchen in einem anfänglich völlig ungeordneten System durch Selbstorganisation und Replikation, Formgebung erfolgt, das ist Energie in Aktion, kinetische Energie, um genau zu sein!

Trotzdem wir nun vorwiegend über organisches Leben sprechen, haben wir das anorganische keineswegs hinter uns gelassen. Von Energie zur Materie, egal in welch miniskulen Schritten, heißt nur, Transformation vom nicht Greifbaren ins Greifbare, d.h. in diesem Fall, materielle Strukturen. Es heißt Selbstorganisation und Phasengeschehen, dem besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muß, sowie dessen internen und externen Kräften, die darauf Einfluß haben. Konsolidation, (Strukturierung), wie das im flüssigen Medium erfolgt und in der Kristallbildung beobachtet werden kann, ist das Fundament der Erde’s geologischer Entwicklung. Sobald sie feste Strukturen hat, vor allem eine feste Oberfläche, (Erdkruste), ist der Schritt in die Entwicklung soliden organischen Lebens, so wie wir es kennen, getan.

Noch immer perplext, wie organisches Leben aus nicht organischem Material entstehen kann? Hoffentlich nicht, sollte der Artikel das Wesentliche klar gemacht haben, nämlich, daß Leben bereits vorhanden ist und nicht neu entsteht. Leben ist gegenwärtig in der Energie; sie transformiert sich, sie ändert sich in Form und ihrer Erscheinung. Doch weil die Entfaltung ihrer Potenz so unwahrscheinlich verschiedene Ergebnisse bringt, ist es nur allzu verständlich, wenn der menschliche Verstand in all der Mannigfaltigkeit den Zusammenhang nicht sieht, also den ursprünglichen, wirklich einfachen Weg im Gewirr der vielen, nicht findet, oder ihn gar nicht beachtet.

Es gibt viele Theorien, wie anorganische Materie Konditionen schaffen konnte, die dem organischen Leben den Start ermöglichten. Nur um einige zu nennen, da gibt es die Eisen, Schwefel, Pigment, oder ‚Metabolismus First‘ Theorie, - sie haben alle ihre Verdienste, doch keine hat bis jetzt allgemeine Zustimmung erlangt. Ich möchte daher auf die Tonerden Theorie eingehen, einzig und allein schon aus dem Grund, weil gemäß der Bibel, Adam aus Ton geformt wurde, dem Gott dann Leben einhauchte. Man mag das glauben, oder auch nicht, es ist durchaus eine interessante Koinzidenz, denn wissenschaftlich, und aus der Ecke kommt Sozieterna, hat Tonerde als Startermaterial für die organische Evolution mehr als nur zufälliges Potential. Ton ist nämlich ein ausgezeichneter Katalysator für die Polymerisation von RNS (Ribonukleinsäure), auf der schließlich alles organische Leben beruht. Ausgerechnet in der Bibel Tonerde als Grundmaterial für den ersten Menschen erwähnt zu sehen, ist zu obskur, um sich darüber nicht Gedanken zu machen, zudem Wissenschaft nicht die einzige Quelle für das Erlangen von Wissen ist, oder gar Einsicht, Erkenntnis und Weisheit. Sie bestätigt nur, was man intuitiv weiß.

Die Erdkruste besteht zu 90% aus Silikaten. Montmorillonit, (Montmorillon, Ort in Frankreich), gehört zur Gruppe der weichen Phyllosilikate, die sich in einer wässrigen Lösung in Form von Mikrokristallen bilden, die so lose miteinander verbunden sind, daß Wasser sie gemäß dem Wassergehalt, anschwellen, oder schrumpfen, lassen. Das macht sie extrem nützlich, auch oder vor allem industriell. Jeglicher Lehm hat diese spezielle Eigenschaft, doch ist der Unterschied qualitativ beträchtlich. Montmorillonit ist als die beste Qualität aller Tonerden bekannt. (Man findet sie auch in einigen anderen Ländern, doch unter anderem Namen und immer beschränkten Ausmaßes). Die Signifikanz liegt im Umstand ein besonders formidabler Katalysator zu sein. Die Hypothese postuliert, daß komplexe organische Moleküle graduell aus prae-existenten anorganischen Replikationsoberflächen von Silikat Kristallen in Lösung, hervorgingen. Diverse Studien bestätigen die Rolle der Tonerde als Katalysator in der RNS-Formation, in dem sie das Verbinden von Nukleotiden zu langen Ketten ermöglicht, die, laut diesen Studien, sogar genartiges Verhalten aufwiesen, was jedoch später als zu labil und daher als zu unzuverlässig, keine allgemeine Anerkennung fand.

Katalysatoren sind allerdings wirklich erstaunlich. Sie beschleunigen nicht nur chemische Entwicklungsprozesse, sie sind ein fester Bestandteil jeder Entwicklung, und waren damit auch in der primordialen stellaren Nukleosynthese mit im Spiel, das heißt also, in den Gaswolken, in der die molekulare Evolution ihren Ursprung hat, und wo Chemie ein „Weg des Lebens“ ist. Katalysatoren verdienen ihre Titel als Initiator, Beeinflusser, Arbeitstier, oder engagierter Dienstleister, sie sind das alles in einem. Sie halten alles auch im Gang.“

Aber nehmen wir eine andere Hypothese in Augenschein, nämlich die Oparin-Haldane Hypothese (1927), die davon ausgeht, daß sich organisches Leben aus der „Primordialen Suppe“ entwickelte, die aus reichlich vorhandenen anorganischen Molekülen, langsam aber beständig, Aminosäuren bildeten, also die Bausteine organischen Lebens aus komplexen Polymeren. Alexander Oparin, (russischer Biochemiker) und Haldane (britisch/indischer Biologe) postulierten, daß mit Hilfe der Energie und den Gasen, die die Atmosphäre der frühen Erde ausmachten, organische Verbindungen geschaffen werden konnten. Ihre These wurde von John Bernal (Irischer Wissenschaftler) aufgegriffen, dessen Werk (1949) zum selben Schluß kam, nämlich daß die meisten Moleküle, notwendig für organisches Leben aus unorganischen Vorläufern, synthetisiert werden. Er prägte den Ausdruck „Biopoiesis“ in 1967 in Referenz zum „Ursprung des Lebens“.

Um das komplexe Werk dieser Pioniere dem Leser näher zu bringen, ohne darin verloren zu gehen, ist es am besten, die markantesten Schritte dieser Evolution hervorzuheben, die man nicht ohne Grund und sinnigerweise auch als ‚Molekulare Evolution‘ bezeichnet:

1) Elemente innerhalb der Erde’s frühen reduktiven Atmosphäre, wenn verschiedenen Formen von Energie ausgesetzt, produzierten einfache organische Verbindungen.

2) Diese Art Verbindungen sind wahrscheinlich in verschiedenen Orten hier und da gehäuft aufgetreten, wie Küstenlinien, ozeanen Schächten, Heißwassertümpel etc.

3) Im Laufe der Zeit wurden die einfachen Verbindungen in immer komplexere biologische Polymere transformiert.

4) In Bernal’s erweiterter Version der These, beginnt zwischen Schritt 2 und 3 die wirkliche molekulare (R)-evolution, mit dem Auftreten von simplen Strukturen, wie zellartige Gebilde, in denen innerhalb ihrer Begrenzungen, sich die bereits vorhandenen biologischen Vorgänge fortsetzten, mit dem Unterschied, daß diese nun in einem eigenen Raum (Bläschen, Protozellen, primitive Zellformen) stattfanden, deren Energiebedarf, wenn auch noch auf einfache Weise, aber sehr wohl auf eigene Art gedeckt wurde. (Metabolismus).

Die Bildung von Zellmembranen gibt uns durchaus eine leicht verständliche Demonstration in den strukturellen Werdegang einer Zelle, doch wie sich unorganischen (Zell-)Einheiten in biologisch aktive Zellen transformieren können, beschreibt das oben Gesagte tatsächlich sehr klar. Voraussetzung sind natürlich die hinlänglich selbst geschaffenen einfachen, organischen Verbindungen. Das höchst einfache Molekül ist das Kohlenstoff-Wasserstoff (CH) Molekül. Das ist die Basis, doch ist diese Verbindung auch ein Radikal, da dem C noch immer 3 offene Valenzen zur Verfügung stehen, die sich mit anderen Elementen verbinden können. CH findet man überall, einschließlich dem interstellaren Medium, dem Raum zwischen Galaxien, das voller Ionen ist, aus atomaren und molekularen Gasen besteht, sowie Staub und kosmischer Strahlung. Alle diese hochdynamischen Räume, gespickt mit elektro-magnetischen Feldern, turbulenten Kräften und Strömungen, sind sogenannte „Hot Spots von Aktionen“. Das heißt nichts anderes, als daß komplexe organische Moleküle längst schon in der protoplanetaren Ebene unserer Sonne vorhanden waren, noch bevor unsere Erde überhaupt existierte. Man bedenke, unser Planet formte sich durch Akkretion, in dem er alles Vorhandene einfach zusammenfegte. Die mannigfaltige Alchemie des Lebens, die im Kessel brühte, wartete nur darauf, verzehrt zu werden. Wie auch immer! Bestimmte Bedingungen fördern bestimmte Entwicklungen und pluralistische Umstände haben synergistischen Effekt, so daß, während jede Entwicklung ihre eigene wichtige Rolle spielt, alle dazu beitragen, die Evolution voranzutreiben, mit all der Vielfalt, die organisches Leben auszeichnet, was ohne dieses vereinte Zusammenarbeiten, nicht der Fall sein würde. Aber auch, weil Einzelnes, eben auch Moleküle nicht allein bleiben, sich alles und jedes, wie immer möglich, Gesellschaft sucht. (Selbst Adam wollte nicht allein bleiben, drum hat er Eva gekriegt). Humor beiseite, die Formation von Verbindungen ist unerläßlich und hat natürlich auch stattgefunden, so wie die Erde sich zum Planeten entwickelte, aber erst recht danach, während sie sich stabilisierte.

Mehratomige Verbindungen/Moleküle mit einem C sind Biomoleküle. Von speziellem Interesse sind hier die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAH-polycyclic aromatic hydrocarbons). Auch sie sind überall. Unter gewissen Umständen sind sie für Organismen giftig, aber sie sind durch chemische Prozesse extrem leicht modifizierbar und können daher in völlig nützliche Verbindungen transformiert werden. Übrigens! Was man in der anorganischen Welt synthetisieren nennt, wird im biologischen Bereich metabolisieren genannt. Beide bewirken ein und dasselbe. Synthetisieren führt durch chemische Reaktionen zu neuen Atomen und Molekülen, die es zuvor nicht gab. Metabolisieren führt aus bestehendem Material zu neuen organischen Verbindungen, die neue organische Lebensformen propagieren, die es zuvor auch nicht gab. Darin liegt die Chance des Überlebens und die Hülle und Fülle des Lebens. Während es immer mehr Ordnung in das lebhafte Chaos des Ursprungs bringt, entsteht jene Vielfalt organischen Lebens, die einem den Atem nimmt.

Der Leser mag vielleicht von den „primäre Metaboliten“ gehört haben, zu denen die Aminosäuren gehören, sowie die Milchsäuren, Lipide, Kohlenhydrate, um die wichtigsten zu nennen. Sie zeichnen sich als die grundlegenden Verbindungen im metabolischen Geschehen aus. Sie sind essentiell für alle Organismen, denn sie sind verantwortlich für Strukturbildung, Instandhaltung und Fortpflanzung. Sie sind wahrhaftig vielseitig. Zum einen Handlanger, Experten und Agenten, fähig als Ingenieure, Exekutoren und Manager, wie auch Informationsträger und Vermittler, die dafür Sorge tragen, daß Evolution ganz allgemein, und individuelle Arten ihren Fortbestand haben. Mit einem Wort, ihre Hand ist in allem: Von den Aminosäuren zu den Proteinen, die man zur Bildung des Zytoskeletts braucht; den Kohlenhydraten, notwendig für die Energieversorgung und strukturellen Komponenten; den Fettsäuren zu den Glycerin-Phospholipiden, die das Baumaterial der Zellmembranen sind; und schließlich den Nukleinbasen zu Nukleotiden, unerläßlich für die RNS und DNS Formation, die die genetische Information speichern und weitergeben; - diese primären Metaboliten sind das grüne Licht für das organische Leben und dessen Entfaltung. Nicht nur bauen sie die Körper, sie sind auch das Fundament für deren Funktionen, das vom einfachen Zellleben bis zu den komplexen Gehirnaktionen reicht. Sie fazilitieren jeden Prozess, ob im begrenzten Raum einer einfachen, einzelnen Zelle, die sie gebaut haben, oder im Rahmen und den Systemen der vielzelligen Organismen,- sie und ihre Gefährten, die Enzyme, sind das „Um und Auf“ organischen Geschehens.

Und doch! Alles ist auf die Energie zurückzuführen, die nicht nur die Energie für das Geschehen bereitstellt, sondern auch der Urheber und die visuelle Manifestation der stattfindenden Schöpfung selber ist und damit jeglicher Aktion und jeglicher Form zu Grunde liegt. Energie ist schließlich die Essenz des Lebens, und schlichtweg das Leben selbst. In einem Organismus agiert sie als eine sich selbst erhaltende Einheit, während sie generell Urheber und Teilhaber des universellen Lebenszyklus ist.

Nun! Jede Synthese, jeder metabolische Prozess ist grundsätzlich eine chemische Reaktion im Rahmen einer dynamischen Umwelt. In hoch chaotischen (entropischen) Systemen ist die Situation speziell flüchtig, also höchst unbeständig. Das erlaubt zuerst natürlich nur Versuche, Ordnung ins Chaos zu bringen. Es kann nicht sogleich wahrnehmbare Resultate bringen. Teilchen, Atome, Moleküle, Zellen, alle können nur bestehen und ersichtlich werden, wenn genug Ordnung dem Chaos abgewonnen geworden ist. Auch eine zelluläre Einheit erzielt Beständigkeit nur, wenn sich das dynamische Milieu entsprechend verändert hat. Abgesehen davon, eine Zelle hat nur einen winzigen Innenraum, in dem die zellinternen Funktionen stattfinden können. Folglich müssen alle eigenen dynamischen Prozesse eine dementsprechende Anpassung durchgemacht haben, nicht nur um ihre Stabilität in ihrer Umgebung zu wahren, der sie sonst nicht standhalten würde, sondern erst recht, um ihren internen Bedingungen gerecht zu werden, die feingestimmt sein müssen, so daß die Zelle ihren Bedürfnissen nachkommen kann. Ohne das Runterregulieren von dynamischer Vehemenz zu zellinterner Subtilität geht da gar nichts. Die äußeren und inneren Verhältnisse müssen im Bereich funktioneller Interaktion gehalten werden, sonst könnte keine Zelle langfristig existieren. Zellfunktionen sind obendrein streng reguliert, um effektiv zu arbeiten. Moleküle, im anorganischen Bereich als Katalysatoren bezeichnet, sind nun Enzyme, die tatsächlich hoch spezialisierte Agenten sind, die im engen Raum kleinster biologischer Einheiten ihre extrem wichtige, sprich lebenserhaltende, Arbeit tun. Das trifft auch auf jene einfachen Lebensformen zu, die noch nicht das volle Funktionsprofil einer Zelle erlangt haben, wie Viroide und Viren. Diese haben zwar ihren eigenen Metabolismus, doch brauchen sie einen Gastgeber für ihre Fortpflanzung und Verbreitung. Als die einfachsten primitiven Lebensformen, die sie sind, zeigen sie allerdings eines ganz klar, nämlich, daß auch sie ein Ausdruck der vielen möglichen organischen Lebensarten sind, die in und aus den „Kesseln“ der energiegeladenen, hoch dynamischen Systeme des Kosmos hervorgehen. Es ist allerdings immer eine Frage der Zeit, wie erfolgreich eine Einheit primärer Metaboliten ist, ob die weitere Entwicklung solch einer Einheit möglich ist, oder in wie weit sie es schaffen, sich als distinkte Lebensform zu etablieren und zu überleben. Nun, Viren haben sich diesbezüglich als Meister bewiesen, doch die Entwicklung von Lebensformen ist eine zwangsläufige.

Da Energie nun die Voraussetzung für jegliches Leben ist, muss logischerweise jede verbrauchte Energie wieder ersetzt werden. Selbst das kleinste organische Wesen muß sich seinen Energiebedarf zu sichern. Die Methoden der Vorsorge entwickeln sich entsprechend mit, so wie die Evolution voranschritt. Der einfachste Weg sich ‚Futter‘, ‚Treibstoff‘, oder eben Energie zu beschaffen, ist durch Osmose, welche in der Tat das Prinzip der Atmung unserer Mitochondrien ist, jener Zellorganellen also, die man als Zellbatterien bezeichnet, weil sie die eigentlichen Energielieferanten der Zellen sind. Sie sind fast allen uns bekannten Zellen eigen und produzieren nahezu den gesamten Adenosin Triphosphat (ATP) Bedarf der Zelle, das die Energiequelle einer Zelle ist. Allerdings ist das nicht alles, was Mitochondrien tun. Was diese Organellen leisten und wie sie es tun, ist einfach erstaunlich. Der Leser möge sich darüber in der entsprechenden Fachliteratur informieren. Er wird nicht enttäuscht werden, das ist sicher. Wie auch immer, die Respirationsosmose der Mitochondrien ist fein reguliert und wesentlich komplizierter als das einfache osmotische Austauschgeschehen, was wiederum nur bestätigt, daß sich alles immer vom Einfachen zum Anspruchsvollen entwickelt, ohne Ausnahme.

Also, sich mit Energie zu versorgen ist ein existentieller Lebensbedarf. Osmose ist dabei die einfachste Art und nur eine der vielen Methoden, die nachgefolgt sind (sieh später). Generell ist es mehr eine Sache des Angebotes, was kann genutzt werden, was ist für den individuellen Organismus am besten geeignet, um seinen Energiebedarf zu decken. Einige Lebensformen nehmen sich Elemente aus der Erde, andere folgen dem aeroben Pfad, andere fangen Licht ein. Umstände also bedingen den Zugang zu Futter und Änderungen der Umwelt erschließen neue Möglichkeiten. Feststeht, daß Organismen sich den Bedingungen anpassen und jene nutzen, die für ihre Bedürfnisse am besten geeignet erscheinen. Die anaerobe Energieversorgung, (Fermentation), war folglich für die meisten Lebensformen der frühen Erde, die beste Wahl, da die Erdatmosphäre noch keinen Sauerstoff bereitstellte. Organismen tief in unserer Erde benutzen Fermentation natürlich nach wie vor. Man weiß über diese praktisch nichts, schon gar nicht, warum sie überhaupt existieren. Vielleicht weil es der einzige Platz ist, wo sie überleben konnten, nach dem sich die Atmosphäre der Erde verändert hatte, dank der Cyanobakteria, die sich am reichlich vorhandenen Nitrogen „vollfraßen“ und dabei Sauerstoff ausschieden, so daß sich mehr Sauerstoff in der Atmosphäre ansammeln konnte, als verbraucht wurde, wie das vor deren massiver, ja explosionsartigen Verbreitung, der Fall gewesen war. Das ebnete natürlich den Weg auch für andere Organismen und wie erfolgreich das geschah, können wir jeden Tag bewundern, jedenfalls solange, bis sich auch diese Umweltbedingungen wieder verändern. Das Alte mußte also weichen, um dem Neuen Platz zu machen. So mögen diese fermentierenden Bakterien eine Nische für ihr Überleben in der Tiefe der Erde gefunden haben, wo sie nun ungestört weiterexistieren, sozusagen als Zeugen der Evolution des Lebens schlechthin, dessen organischer Zweig nur ein Teil davon ist. Seit den Cyanobakteria spielen natürlich die Pflanzen eine ungemein wichtige Rolle für unser Leben. Die Photosynthese ist ihre Art der Energieversorgung. Sie benutzen Licht und scheiden Sauerstoff aus und genau betrachtet, unser Leben hängt mehr von ihnen ab, als wir es wahrhaben wollen. Der Punkt ist, unsere Erde sorgt und versorgt alles organische Leben, so oder so. Und sie hat ein perfektes Recycling System. Mit guter Aufrecht- und Instandhaltung desselben, könnte alles Leben auf Erden noch lange fortbestehen, lange genug jedenfalls für unsere eigene Evolution, die im Sinne der Natur ohnehin zielgerichtet ist. Freilich, nichts bleibt für immer dasselbe. Transformation ist Bestandteil des Lebens und all seiner Evolution.

Nachdem organisches Leben, sichtbares Leben ist, kann man Organismen durchaus als „Energiepakete“ bezeichnen. Sie haben Form, Größe, Stärke und Eigenschaften/Fähigkeiten. Das heißt, sie sind raumokkupierend, sind selber mehrdimensional. Wir haben bereits Dimensionen erwähnt, doch es ist notwendig, sie weiter im Detail zu betrachten, wollen wir die Entwicklung organischen Lebens besser verstehen. Grundsätzlich, Dimensionen sind eine „Bedingung des Lebens“, ob organisch oder nicht. Mit dem Untersuchen der fundamentalen Implikation von Dimensionen, können wir den Lebensweg der Organismen verfolgen und wie sie sich entlang des oft gegangenen Weges verändern, mit dem der Leser, so bleibt zu hoffen, nun vertraut gemacht worden ist. Aber mit dem Focus auf Dimensionen, betrachten wir den Weg aus einem anderen Winkel.

In der ersten Dimension haben wir das lineare Aneinanderreihen von Molekülen, also die Kettenbildung. Diese können auch anders als geradlinig verlaufen. Sie können sich winden, in die eine oder die andere Richtung laufen, auch nach oben oder unten, ja sie können sich an jedem beliebigen Punkt auch zusammenschließen. Sie können also formal eine Figur bilden, die zwei dimensional ist, solange sie in einer Ebene bleibt. Das gibt ihnen Grenzen und Gehalt. Sobald sie sich aber aus der Ebene erhebt, wird die Gestalt zum Körper, da er sich in die dritte Dimension (Länge, Breite, Höhe), ausrichtet. Nun hat die Figur nicht nur eine äußere Begrenzung, sondern auch Inhalt, das heißt, Volumen. Mit diesen figürlichen Veränderungen, ändern sich aber auch die Qualitäten, wie Fähigkeiten und Funktionen, die wiederum der Anstoß für weitere neue Entwicklungen sind. Ein Molekül hat logischerweise eine andere Qualität wie eine Kette von Molekülen, sowie eben Gestalten sich anders verhalten wie Körper, die sich, wie alles, formal und funktionell weiterbilden und damit zu jenen komplexen Organismen werden, die wir bewundern und die wir selber sind. Darüber hinaus muß man bedenken, daß sich alles fortwährend in Raum und Zeit (4.Dimension), bewegt, unabhängig von allen anderen Bedingungen. Zudem! Im Raum erfolgen alle Aktionen gleichzeitig und trotzdem sich alles auf seiner eigenen Zeitlinie und im eigenen Zeitrahmen befindet, im Raum sind alle Bewegungen relativ zueinander und wirken aufeinander ein, egal welche Gestalt oder Form sie auch haben mögen, sie beeinflussen prinzipiell und speziell das allgemeine Geschehen. Dimensionen sind an sich grenzenlos, bis sie, oder besser, solange sie nicht willkürlich an Materie gebunden werden, was aber mit dem Entstehen von Materie gezwungenermaßen einhergeht.

Ein enormer Schritt vorwärts in der organischen Evolution erfolgt durch Neuverteilung und Anordnung von Molekülen. Dem zu Folge entstehenden Lebensformen, die durch ständige Modifizierung ihrer Körper und deren Fähigkeiten neue Arten hervorbringen. Und das nach dem Schema, wie die Moleküle das tun, so tun das auch Zellen, sie scharen sich zusammen, und/oder besetzen diverse Stellen an den bereits vorhandenen Strukturen. So entstehen drei dimensionale Aggregate, die an Größe und Volumen zunehmen, also verschiedene Formen von Organismen sind, verschieden nicht nur im Aussehen, sondern eben auch in ihrem Verhalten.

Aber zurück zu den Molekülen, deren räumliches Arrangement immense Bedeutung hat. Vor allem in den Proteinen können Verbindungen dieselbe Anzahl von selbigen Molekülen haben, doch ihre räumliche Anordnung ist verschieden, so daß auch die Proteine verschiedenartig sind und verschiedene Funktionen erfüllen. Moleküle sind in manchen Proteinen in symmetrisch lokalisierten Positionen, daß sie ein symmetrisches Abbild voneinander sind, sich aber nicht übereinanderlegen lassen, wie zum Beispiel unsere Hände. Aus der Teilchenphysik wissen wir, daß die Teilchen eine Eigendrehung haben, sie drehen sich im oder gegen den Uhrzeigersinn. Auch ein elektrischer Feldvektor mag links oder rechts händisch orientiert sein und in der Chemie finden wir optische Isomere, worauf sich die Bestimmung der Händigkeit stützt. Moleküle sind keine Ausnahme. Auch sie können links oder rechts händisch sein. Das wird Chiralität genannt. Chiralität spielt eine ungemein wichtige Rolle. Alle lebenden Organismen benutzen sie fast ohne Ausnahmen. Das verblüfft die Wissenschaftler, denn sie wissen nicht, warum das so ist. Als Demonstration der Wichtigkeit für unsere Leser ein Beispiel: Aminosäuren sind links händisch, während Nukleotide und Zucker rechts händisch sind. Man weiß nicht, warum. Zwar hat es sicherlich seine Wurzeln im kosmischen Bereich, nur ist der Astrophysik bekannt, daß Aminosäuren und Zucker im All dieselbe Chiralität haben und vorwiegend die Mehrheit repräsentieren im Vergleich zum oppositionellen Rest. Und man bedenke, daß alles, was im Makrokosmos geschieht, sich im Mikrokosmos widerspiegelt. Nun! Leider kennen wir nicht alle Vorgänge, weder hier, noch da. Wahrscheinlich hat man ihr auch gar nicht die entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt. Noch nicht, jedenfalls.

Aber zurück zu den molekularen Ketten, die tatsächlich enorm lang werden können und damit genug Gelegenheiten offerieren, daß sich an den verschiedensten Stellen Moleküle ansammeln, oder Äste abzweigen. Je öfter das geschieht, desto komplexer werden die Ketten und demnach die Gestalten und Körper, die sich dabei aufbauen. Damit vergrößern sich natürlich auch die Pflichten der Instandhaltung und neue Funktionen entwickeln sich. Man braucht sich nur die wirklich langen Proteinketten eines komplexen Organismus anzuschauen, wie sie es schaffen, sich in den extrem kleinsten Räumen, z.B. eines Nukleus, einbringen zu können. Sie falten sich, schichten sich in Schleifen aufeinander, werden zu Knäuel im Kleinstformat. Ihre Integrität muß aber erhalten bleiben, und so entstehen neue Proteine, deren Aufgabe es ist, diese Integrität zu wahren. Aber all das Falten, Schleifen- und Schlingenbilden, wiederholt sich und ist sichtbar, wie z.B. in unserem Bauch mit dem Gedärm und im Schädel, mit dem Gehirn. Wie immer, das Prinzip ist einfach, wiederholbar und erfolgreich im Kleinen wie im Großen. Und das alles im Rahmen der Dimensionen, Schritt für Schritt, linear zuerst, dann in der Ebene und schließlich im Raum, mit Teilchen, Atomen, Molekülen, vom Kleinsten zum Großen. Wenn das nicht genial ist! Man belehre mich bitte, sollte es ein besseres Prinzip geben. Nur bezweifle ich das, denn alles ist so offensichtlich, so klar vor unserer Nase. Aber der Mensch sieht nur, was er sehen will, oder sehen könnte, nicht, was ist. Das ist die Tragödie, denn es gibt keinen Anlaß, Idole zu verehren, oder anzubeten und man braucht den Pharisäern nicht zu glauben, die mit falschen Ideologien ihre Lust auf Macht befriedigen. Es existiert nichts separat von Leben, das göttliche Prinzip liegt im Leben, ist das Leben selber. Es ist die Energie, seine Kraft und Macht in Aktion: Sie ist Schöpfung, Lebens Erhalter und (zielgerichtete) Evolution. Als Theologisch-philosophisches Interesse verdient dieses Thema separat beleuchtet und diskutiert zu werden, doch für diesen Artikel hier genügt die Feststellung, daß die Geisteswelt zweifellos ein Bestandteil des Lebens ist, einschließlich und speziell im Zusammenhang des Spirituellen. In Teil 3 des Artikels sollen Gedanken zu diesem Thema kurz vorgestellt werden. Da die Wissenschaft diesbezüglich in den Kinderschuhen steckt, kann nichts als Tatsache reklamiert werden. Evidenz in diesem Sinne gibt es nicht. Selbst im Bereich unseres Verstandes, unserer kognitiven Fähigkeiten haben wir mehr Lücken als eindeutiges Wissen. Trotz des diesbezüglich neu erwachten Strebens nach mehr und extensiver Forschung, mit besseren Methoden und neu entwickelten Technologien, die uns einen wesentlich tieferen Blick in unser Gehirn und seinen, ja unseren Fähigkeiten erlauben, der spirituelle Aspekt ist noch weit entfernt davon, einen geradlinigen und sicheren Zugang zu diesen Anlagen in unserem Gehirn zu haben, oder sie gar bar zu legen. Obwohl eine neue Epoche der Forschung, ja Entdeckungsreise begonnen hat, das tieferes Verstehen, Einsicht und Erkenntnis fördert, es bedarf wesentlich mehr, als neue biologische Zusammenhänge und Ergebnisse aufzuzeigen. Es bedarf eines völlig neuen konzeptionellen Denkens. Daher werden die speziellen und spezifischen, philosophischen Diskussionen weiterhin auf ihren eigenen Plattformen stattfinden, bis eben die Wissenschaft, vor allem die Partikelphysik, jene erklärende Evidenz erbringen kann, die die verschleierten Prozesse spiritueller Natur enthüllt. Zweifelsohne wird die Partikelphysik darin den größten Fortschritt bringen. Das spirituelle Leben ist in der Welt der Quantenphysik zuhause. Künstliche Intelligenz ist allerdings nicht der „Heilige Gral“, den sich manche so vorstellen.

Nach dem das Prinzip struktureller Entwicklung ein wenig beleuchtet worden ist, mag zum Schluß noch das Entstehen einer Zelle von Interesse sein. Alle Zellen haben membranöse Zellwände. Zellen sind keine Vorbedingung für Proteinaktivitäten, aber fast alle Organismen sind nun mal gezellte Organismen. Viren haben auch eine membranöse Hülle, jedoch nicht vergleichbar mit einer Zellmembran. Sie werden daher auch nicht als zelluläre Lebensform bezeichnet. Membranen sind generell ein Zellbestandteil und extrem wichtig. Sie sind Scheidewand zwischen Räumen, sowie eine schützende Körperhülle mit Abwehrfunktion. Als Trennung von Räumlichkeiten dienen sie der Aufrechterhaltung von unterschiedlichen externen und internen Milieus. Diese Begrenzung erlaubt die Co-Existenz unterschiedlicher Bedingungen, grad so wie eine gute Nachbarschaft eine zweckdienliche kollaborative Zusammenarbeit fördern mag. Das läßt sich am Beispiel der Zelle wunderbar demonstrieren, denn im zell- externen Raum laufen vorwiegend anorganische Prozesse ab, während es im zell-internen, organisch/biologische sind. Beide sichern den Fortbestand der Zelle eben durch Zusammenarbeit. Abgrenzung ist eine unbedingte Notwendigkeit, da es den externen universell ‚entropischen‘ kosmischen Raum, vom Raum der strukturellen Materie separiert, damit der Höhepunkt organischer Evolution seinen Ausdruck finden kann, während die dafür notwendigerweise konträren und andersartigen Prozesse gleichzeitig ablaufen können. Zweifelsohne gibt es dabei Konflikte, oft notwendige, wie auch destruktive, doch generell ist es immer im Sinne konstruktiver Zusammenarbeit. Trotz der Abgrenzung ist eine Zelle in ihrer Eigenschaft ein offenes System, thermodynamisch gesehen, da sie Energie und Stoffe durch die membranösen Wände mit ihrer Umgebung austauscht. Jede einfache Zelleinheit schafft das nur mit Hilfe ihrer intrikaten Zellwand, die effektiv und jederzeit ihre Arbeit leistet. Es funktioniert wie eine offene Grenze, die automatisch kontrolliert und reguliert wird. Die Zellentwicklung ist im Detail komplex, aber schauen wir uns jene Entwicklungsstufen an, die die wahrscheinlichsten Schritte sind.

In den letzten Jahren hat sich die Forschung besonders für Organellen zu interessieren begonnen. Organellen, (von Oparin Koazervate genannt), sind individuelle flüssige Körper in einer Flüssigkeit. Sie formen sich in der flüssigen Phase von Materie/Stoffen, die reich an Makromolekülen ist, (wie Polymere, Proteine, Nukleinsäuren), und sich in unterschiedlichen Flüssigkeit- Flüssigkeit Phasenzuständen befinden und sich somit voneinander separieren. Sie nehmen Tropfenform an (Koazervat Tröpfchen), da ihre Phase eine größere Dichte aufweist, wie die Flüssigkeit, in der sie sich befinden. Sie entstehen spontan durch Selbstorganisation-/montage, nicht durch kovalente Molekülinteraktionen. Diese Makromoleküle gruppieren sich also zusammen, unter Umständen durch elektrostatische oder hydrophobe Kräfte, (nur um zwei Beispiele zu nennen). Und obwohl sie keine Membranen haben, um sie als separate Einheiten deklarieren könnten, sie sind eindeutig separate „Abteilungen“ oder flüssige Gebilde innerhalb der sie umgebenden Flüssigkeit. Es erlaubt eine relativ große und massive Anhäufung von chemischen und/oder organischer Strukturen, wie Viroide, Membranen, Ribosomen und eben jene Organellen, die auch im Zellzytoplasma vorkommen.

Sidney W. Fox, ein amerikanischer Biochemiker (1912-1998), zeigte in seinem Werk, wie Aminosäuren spontan kleine Ketten (Peptide) bilden, die sich in bestimmten präbiotischen Bedingungen zu langen, und sogar oft vernetzte fadenähnliche Strukturen entwickeln, die als Polypeptid Kügelchen bekannt sind. Fox nannte sie „proteinoid microspheres“ und „protocells“ (Protozellen), womit er sie als primitive Zellen charakterisierte. In seinen Experimenten fand er, daß Phosphorsäure als Katalysator fungierte, was den Prozess der Polymerisation forcierte, mit proteinähnlichen Ketten als Ergebnis. Später fand er ähnliche, aber natürlich entstandene Proteinoide in Lava und Asche von Luftschächten der Vulkane in Hawaii. Man weiß heute, wenn eine wässrige Lösung eine hohe Konzentration von Proteinoiden hat, daß sich die Mikrokügelchen bilden, weil einige Aminosäuren, die in diesen Ketten vorkommen, mehr lipophil sind als andere und sich daher zusammenfinden, in Form deutlich erkennbarer Tropfen, wie das Öltropfen in Wasser tun.

Fox’s Arbeit unterstützte Oparins Hypothese, die besagt, daß „einfache (Bio-) Bausteine“ unter entsprechenden lokalen Bedingungen durch ihre eigene Selbstmontage zu komplexen, zellartigen Strukturen anwachsen können. Organellen, auch als biomolekulares Kondensat bezeichnet, können in eine mehr solide Form übergehen; vor allem durch ‚Reifung‘ und durch die wachsenden Aufgaben, die sie erfüllen, speziell im Bereich der Genexpression und Signalvermittlung. Seit Oparin haben viele andere Wissenschaftler, unabhängig von ihm, aufzeigen und nachweisen können, wie sich aus der „Chemikaliensuppe“, reich an präbiotischem Material aus einfachen organischen Molekülen und Verbindungen, den sogenannten Bausteinen, organisches Leben synthetisiert, mit immer komplexer werdenden Strukturen, wie Zellen.

Organellen sind wahrscheinlich das Sprungbrett für die Zellentwicklung, aber sicherlich tragen auch viele andere, simultan verlaufende Prozesse zur Evolution organischen Lebens bei. Wie zum Beispiel die Auto-(Selbst-)Katalysatoren, Substanzen, die die Eigenproduktion ermöglichen, die sogenannten „Molekularreplikatoren“, die man in den biologischen Mikro- und Makromolekülen findet. Oder andere Systeme der Selbstreplikation, evident in Micellen und Vesicula (Bläschen), - kurz gesagt: Es gibt keine Exklusivität.

Gemäß der offiziellen Definition von Leben, in diesem Fall Zellen, Metabolismus ist ein Kriterium, das erfüllt sein muß, um sich als Lebensform, in diesem Zellen, zu qualifizieren. Die Hypthese, daß dieser allem voran etabliert sein muß, ist logisch. Günter Wächterhäuser, deutscher Chemiker, vertrat die These, daß der Metabolismus noch vor der Genetik seinen Platz gefunden haben mußte, da schließlich nichts ohne Energie geschehen kann. Nur durch eine ist Evolution, eben Leben möglich. Das gilt für jede Art Fortpflanzung, was im Sinne eines Organismus einfache Überleben heißt. Energiezufuhr ist derart wichtig, daß nicht nur erfolgreiche Strategien entwickelt werden mußten, sondern diese auch bewahrt und an die nächste Generation weitergegeben werden. Aber noch ein anderes Kriterium muß erfüllt werden, soll eine biologisch aktive Einheit als Organismus gelten: Das bioaktive Kompositum muß demonstrieren, etwas Eigenständiges zu sein. Es muß sich somit von seiner Umgebung abgrenzen und beweisen, selbständig leben zu können. Das, und nur das, macht ein aktives biologisches Makromolekül offiziell zu einer allgemein anerkannten eigenen Lebensform. Und natürlich stimmt das nur bedingt, (- entsprechend dem Sinn des Artikels).

Das Prinzip der Energieversorgung ist systematisiert. Es hat seine Basis im Ausgleich von Unterschieden, wie unterschiedlicher Konzentrationen, unterschiedlich elektrochemische/ elektrische Ladungen, etc., was immer heißt, Stoffe werden von einem Medium in das andere gebracht und das in bestimmter Richtung entlang der Bahnen, die vom Höheren zum Niedrigeren fließen. Nicht nur in der anorganischen Physik, eben auch in biologischen Systemen, sorgen Inhaltsunterschiede für den Stofftransport entlang von Gradienten und/oder mit Hilfe elektrostatischer Kräfte, die Anionen in die eine und Kationen in die andere Richtung treiben. Der einzigartige und grundlegende Zweck der Gradienten Bahn ist die Herstellung einer Balance, einer Homöostase, eines Equilibriums. Während Gradienten Wegbereiter für das Leben sind und dafür sorgen, es zu erhalten, indem sie Energie bereitstellen, das Ziel ist immer einen Gleichgewichtszustand zu erreichen, oder zumindest einen Zustand, in dem für Energie der geringste Bedarf besteht. Das psychologische und moralische Äquivalent des Gleichgewichts sind daher Friede, und Gewissen; das spirituelle Äquivalent sind Himmel/Paradies, oder Nirvana, oder, so sieht es zumindest Sozieterna, es ist der ultimative Höhepunkt der Differenzierung, der Endpunkt der Evolution. Fragt man den Menschen, was er wirklich will, sagt er, er will Liebe, Frieden, inneres Glück. Er will in den Himmel, ins Paradies oder was immer er sich unter dem ungetrübten Glücklichsein so vorstellt. Danach strebt er und es ist ihm nichts zu viel, nichts zu mühsam, nichts zu teuer, - er tut alles dafür, egal ob richtig oder falsch, nichts bringt ihn ab davon, dieses Glück, diesen inneren Frieden, diesen seligen Ruhezustand zu suchen und zu finden. Ob anorganisch, organisch, spirituell, - es ist immer dasselbe Streben, nach Einheit, Harmonie, Glückseligkeit.

Mit der Energieversorgung gesichert, das Bilden einer biologischen Einheit geht Hand in Hand mit der Entwicklung von (Zell-) funktionsfähigen Membranen, denn es genügt nicht, vulnerable Abgrenzungen zu haben. Ohne „solide“ Wände, gibt es keine eigenständigen Organismen, zumindest nicht in der Form, wie wir sie kennen. Offensichtlich sind die Phospholipid Membranen die beste Lösung, da sie am erfolgreichsten den Anforderungen nachkommen. Ob, oder wie viele andere erfolgreiche Methoden es gegeben hat, den Umständen der Erde entsprechend, werden wir wohl nie wissen, hängt die Entwicklung eines Organismus doch von den äußeren Umständen ab, wie er diese nützt und sich an sie anpaßt, und wieviel Zeit ihm dafür gegeben ist. Änderungen der Umwelt, wenn massiv und/oder zu plötzlich, sind logischerweise für einzelne, oder eben für alle etablierten Lebensformen ein Todesurteil. Fossilien, der Erde’s biologische Geschichtsbücher, können leider nur bedingt enthüllen, was es zu enthüllen gäbe. Der planetaren Evolution jedoch ist zu entnehmen, daß auch die Vielfalt unserer derzeitigen Lebensformen, nicht für immer erhalten werden können. Zweifellos trägt das menschliche Verhalten dazu bei, die ohnehin laufenden Umweltveränderungen, zu beschleunigen, was dazu führt, daß die Natur, samt den Organismen, die sie hervorgebracht hat, nicht länger, oder gar schnell genug adaptieren kann. Die nötige Balance, oder Homöostase für das Leben, so wie wir es kennen, ist damit gefährdet. Wir verlieren ohnehin schon Leben, Stück für Stück, aber es wird zur völligen Vernichtung führen, sollte der Mensch seine destruktiven Verhaltensweisen nicht ändern. Niemand wird je davon berichten, was wirklich stattgefunden hat, denn sollte sich wieder neues intelligentes Leben entwickeln, bis zu diesem Zeitpunkt wird nicht viel übrig sein von dem, das man studieren könnte, oder Einsicht geben würde, in das, was einmal war.

Doch zurück zum Thema Zellen und Membranen, das heißt zu den Proteinoiden und der Entwicklung von Protobionten, oder Protozellen (Vorläufer der Zellen), dem evolutionären Schritt vom anorganischen zum organischen. Sie waren die ersten, das Basismodell. Mit Metabolismus und Replikation etabliert, die Bildung eines unabhängigen „autokatalytischen Teilsystems“ ist eine Konsequenz, nicht Zufall. Der ungarische Biologie Theoretiker Tibor Ganti nannte diese Protozellen ‚Chemotons‘ und propagierte sie als den „Letzten Universellen Gemeinsamen Vorfahren“ („Last Universal Common Ancestor = LUCA“). Die generelle biologisch/philosophische Schlußfolgerung ist, daß jegliches System (oder Einheit), dieser Art, als ‚lebend‘ zu bezeichnen sei, da es als evolutionäre Einheit, dem natürlichen Selektionsprozess unterworfen ist. In der Tat! Die Erde hat uns geboren, großgezogen, und gibt uns alles, was wir brauchen, um zu leben und zu gedeihen.

Schauen wir uns nun die Zellmembranen, (Phospholipide), etwas genauer an. Sie haben sich höchst wahrscheinlich aus den amphiphilen (hydrophob und hydrophil) Makromolekülen entwickelt. Gleich Lipiden formen sie in einer wässrigen Lösung ihrer Natur entsprechend Vesikel, ein-, oder mehrlamellare Liposomen (Fettbläschen), deren wässriger Inhalt meist, oder vorwiegend, von den überaus wichtigen zweischichtigen Lipidmembranen umgeben ist, die sich schließlich zu den uns bekannten Zellwänden entwickeln. Sie sind die einzige zelluläre Struktur, die allen Zellen eigen ist und somit in allen Zellen, aller aus Zellen bestehenden Organismen, vorhanden ist. Diese Membranen haben, wie schon ausgeführt, eine Dualfunktion: Zum einen als Barriere, die zwischen ‚zwei Welten‘ steht, im Sinne von Schutz und Grenzen. Zum anderen als Vermittler, deren Rolle der Austausch von Stoffen ist, dem die Barriere ohne Hilfe hinderlich wäre. Amphiphile Moleküle sind dafür besonders geeignet, da sie in den zweischichtigen Membranen so angelegt sind, daß sie, gemäß ihrer Eigenschaft, sich mit wässrigen sowie fettigen Substanzen verbinden können und damit den Transport von Stoffen durch die Membranbarriere gewährleisten, während der interne Zell Raum ungestört seinen internen Aufgaben nachkommen kann, (inklusive der artspezifischen Fortpflanzung). Eine wunderbare Demonstration ist die Schwangerschaft, denn eine Zelle ist wie der ‚Bauch‘ einer Frau. Die Analogie mag dem Verständnis dienen, was Protozellen für die Entwicklung organischen Lebens wirklich bedeuten. Freilich, Leben gibt es schon vorher, doch im beschränkten Raum einer Zelle, wird Leben gepflegt und gefördert. Es animiert die Zelle zur weiteren Entwicklung ihrer selbst und Leben schlechthin.

Es ist natürlich völlig unmöglich im Rahmen dieses Artikels auf die Details biochemischer und geo-biologischer Vorgänge einzugehen, doch es ist zu hoffen, daß zumindest die Zweifel an der Fähigkeit unserer Erde behoben werden können, nämlich daß sie die perfekten Zutaten für die Entstehung organischen Lebens besitzt und für dessen Differenzierung in all seiner Vielfalt und Herrlichkeit sorgt. Es ist dabei gar nicht wichtig, ob Wissenschaftler die vulkanischen Tiefseeschächte als den Ursprung organischen Lebens sehen, oder die Heißwassertümpel in der frühen Erdkruste. Beide haben ihre Verdienste. Die alkalinen Schächte sind reich an Mineralien und schaffen elektrochemische Gradienten, die den entstehenden anorganischen Verbindungen genug Energie liefern, so dass sich mineralstoffliche Einheiten mit autokatalytischen Eigenschaften bilden können. Man kann diese als nicht organische Vorläufer der späteren Zelleinheiten sehen, da sie das Material und die Fähigkeit haben, Membranen aufzubauen. So finden sich höchst einfache Zellwände in den freilebenden Prokaryoten, den Mikro-Organismen, sowie den Bakterien und Archaea, die in diesen Schächten leben.

Spezielle Aufmerksamkeit muß man den Archaea geben. Sie haben mehr mit Eukaryoten gemeinsam, (zu denen wir gehören), als mit Bakterien. Sie haben Ähnlichkeiten mit unseren Genen und teilen auch diverse Wege mit uns, speziell im Bereich der Enzyme für Gen Translation und Transkription. Sie sind überhaupt die zahlreichsten aller Mikrobiota und spielen eine Hauptrolle im Leben unserer Erde, ja sogar im Mikrobiom des menschlichen Verdauungstrakts. Als sie zum ersten Mal entdeckt wurden, nannte man sie Extremophile, da sie unter Bedingungen existierten, die man bis dahin als lebensunfähig hielt. Aber man stellte bald fest, daß sie tatsächlich überall waren. Man glaubt nun sogar, daß sie der älteste Organismus aller organischen Lebensformen unserer Erde sind. Obendrein scheinen sie nicht im Geringsten pathologisch, (also krankmachend), zu sein, egal in welcher Form sie auch vorkommen. Im Gegenteil! Sie sind gutmütige, ja nützliche Symbionten. Manche Insekten würden ohne sie nicht einmal existieren. Das gilt durchaus auch für uns Menschen, denn unsere Mitochondrien (Zellbatterien) sind höchstwahrscheinlich Archaea Nachfahren, die ursprünglich von einer Gastzelle zum gegenseitigen Nutzen in die Zelle aufgenommen worden sind, zum Zweck der Zusammenarbeit im Kampf ums Überleben. Natürlich findet man Archaea auch in den Heißwasserpools auf der Erde. Es unterstützt die Annahme, daß die Quelle des organischen Lebens eher doch im Süßwasser liegt, als im Salzwasser des Meeres. Nur, warum nicht in beiden?

Vom Land geformte Pools, angefüllt mit kondensierten, sich abkühlenden geothermischem Dampf und Gewässer sind chemisch gesehen, der modernen Zelle sehr verwandt, deren Zytoplasma reich ist an Potassium, Zink, Mangan und Phosphat Ionen, genauso wie man das in diesen Tümpeln findet; ist, wohl weniger, aber doch auch, im marinen Milieu zu finden. Aus dem Inneren des Erdmantels stammend, angehäuft in den brodelnden Wasserbecken, im Laufe der Zeit zu einer passenden Temperatur abgekühlt, das sind die geeignetsten Brutstätten, wo sich in den unterschiedlichsten Spalten, Ritzen, Löchern und Höhlen, die anorganischen Mineralien ansammeln können, katalysieren und zu organischen Molekülen aufbauen und zu Mikrosphären synthetisieren. Es gibt genug Ingredienzien und es herrschen die besten Bedingungen, die den Prozess auch noch beschleunigen. Es ist die wunderbare Konzerthalle, wo ein fein gestimmtes Symphonie Orchester zum Crescendo aufspielt. Wir wissen, (sieh oben), Montmorillonit Lehm kann RNS bilden, kann Lipide zur Bildung von Membranen führen, Fettsäuren zu Micellen verändern, und Vesikel transformieren, - und das allein deswegen, weil die Tümpel und die speziell feine Tonerde besonders großartige Katalysatorqualität haben.

Die Komplexität dieser Prozesse ist faszinierender als jeder Thriller. In die entsprechende und leicht zugängige Literatur einzutauchen, ist die Sache wert, da dieser Artikel wirklich nur die Prinzipien des Lebens klarzulegen versucht und Details nur im „Vorbeigehen“ streift. Die Absicht des Artikels ist nun mal die Korrektur der Definition des Lebens und eine prinzipielle Übersicht über seine drei individuellen Kategorien. Der interessierte Leser kann jene Punkte recherchieren, für die er ein besonderes Interesse hat. Daß der Artikel speziell organisches Leben ins Auge gefaßt hat, ist nicht darauf zurückzuführen, weil diese Kategorie interessanter wäre, als die zwei anderen, sondern nur, um die allgemein aufrecht gehaltene Definition des Lebens zur Debatte zu stellen, sowie die Kriterien zu untersuchen, ob, oder nicht, und wie unser Planet der Ursprung unseres Lebens sein könnte. Die Herkunft organischen Lebens ist noch immer eine offene Frage, trotz genügender Evidenz, daß unsere Erde die beste Kandidatin ist. Sozieterna ist der Meinung, daß eine relevante Definition des Lebens dem Menschen helfen würde, seine Existenz in einem neuen Licht zu sehen und diese auch besser zu verstehen. In dem man Tatsachen, Beweise und die höchst wahrscheinlichen Argumente zusammenfaßt, kann man sehr wohl, so ist zu hoffen, die Revision der Definition des Lebens rechtfertigen, und auf jenes Niveau bringen, das das Leben verdient.

Anorganisches Leben kann unsere Phantasie leider nicht im gleichen Sinne gefangen nehmen, wie organisches Leben es kann, einfach deswegen, weil wir Leben mit unseren Sinnen wahrnehmen. Nur dadurch werden wir uns seiner verblüffender Größenordnung bewußt. Doch um fair zu bleiben, wir starren bewundernd zum Mond und in die Sterne. Trotzdem sind nur wenige bereit, die Welt der Materie an sich erforschen zu wollen. Mit unserem Intellekt versuchen wir sie zwar zu verstehen, doch begrenzt bei evolutionären Schranken, heißt das eben, unser Verstand ist immer im Rückstand. Er muß immer auf- und nachholen, aus dem einfachen Grund, daß Wissen (Verständnis) und Einsicht (Integration von Wissen), nicht dasselbe sind. Freilich, das Auftreten zellulären Lebens war unbestritten ein markanter Meilenstein im evolutionären Geschehen, das der Materie, und schließlich uns als Spezie, die Gelegenheit gibt, die großen Fragen des Lebens überhaupt erst mal zu stellen, immer in der Hoffnung sie auch beantworten zu können. Leider führt anorganisches Leben ein Schattendasein, weil es nicht einmal als Leben akzeptiert wird, trotzdem es Leben ist. Doch verrichtete es ungestört seine Arbeit, eingehüllt in Geheimnis, bis schließlich mit der Neugier der Wissenschaft das Forschen begann. Sonne, Mond und Sterne haben unsere Tage und Nächte erhellt, fortwährend darauf hinweisend, daß anorganisches Leben sich nie versteckt hat, nur wußten wir damit nichts anzufangen. Und, in der nach wie vor bestehenden Ignoranz kämpft der Mensch noch immer mit seinem Verstand, obwohl er nun endlich zulassen kann, daß Evolution vielleicht nicht nur als lineare Entwicklung zu sehen ist, sondern mehrdimensional ist, grad so, wie das organische Leben ihm das mit seinen vielgestaltigen Organismen zeigt. Evolution ist wie ein Baum mit Zweigen, die vom Hauptstamm in andere Sphären eindringen.

Mit der Zelle sind die Weichen im evolutionären Weg organischen Lebens gestellt. Dessen Entfaltung kann man visuell im abstrakten „Baum des Lebens“ darstellen und das Konzept studieren. Das wird hier nicht weiters verfolgt, da die Geschichte organischen Lebens nicht das Thema ist. Eines muß jedoch hervorgehoben werden, nämlich, daß anorganisches Leben nie seinen Einfluß hat, noch verlieren wird. Er kann gar nicht verloren gehen. Und, daß Kategorien, oder das Kompartmentalisieren, einen Zweck erfüllt, als Werkzeug für unser Verständnis, und als vergnüglicher Zeitvertreib.

Doch das Ziel ist die Wiederherstellung der Harmonie, der Unifikation, die Vereinigung, im Gegensatz zu Spaltung, nachdem nicht nur die Natur strebt, sondern erst recht der Mensch. Der wahre Wissenschaftler mag einen Vorteil gegenüber anderen Menschen haben, da er im weiteren Sinne, den Zauber des Lebens auch mit dem Verstand, nicht nur gefühlsmäßig erfassen kann. Doch das hat keine Allgemeingültigkeit. Zu viele von ihnen gehen in den Details verloren, grad so gut wie der Rest. (3.Teil folgt).

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